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Etsy, Zeichnermeile & co - Kleinunternehmen, Gewerbe ?

Hallo,

ich hab schon versucht ein paar Antworten auf meine Fragen zu finden aber im Endeffekt bin ich wahrscheinlich verwirrter als vorher.
Ich hatte vor einen etsy Shop zu eröffnen auf dem ich selbstgemachte Sticker und Buttons sowie Prints anbieten möchte. Die Nachfrage danach ist über instagram bei mir mittlerweile recht hoch. Bis jetzt war ich auch schon auf zwei Conventions mit einem Zeichnerisch, Gewinn habe ich aber keinen gemacht (nach Abzug aller Ausgaben ist da eher noch ein dickes Minus !)

Jetzt habe ich mich belesen und irgendwie schreibt jeder was anderes. Da ich im Moment noch Azubi bin muss ich keine Steuererklärung machen, meine Mutter hatte sich kurz mal bei ihrer Steuertante informiert und die meinte, es ist egal ob Rentner oder Azubi, wenn du was nebenberuflich machst, musst du das melden. Nun habe ich dann wieder was über Liebhaberei gelesen, und dass das Finanzamt dich sowieso so einstuft wenn du keine Gewinne machst.

Momentan sieht es so aus, dass ich keinen Reingewinn habe, wie gesagt das was ich einnehme geht eig für Standgebühr, Benzin, Zeichenmaterialien und die Prints/Druckertinte wieder drauf. Weshalb ich auf Conventions sowieso nicht regelmäßig verkaufen kann/werde, weil es einfach zu teuer ist, auch wenn die Erfahrungen/Kontakte die man dort macht, generell schön sind.

Hat jemand von euch damit Erfahrungen, einerseits müsste ich das doch dann anmelden, vor allem wenn ich über etsy verkaufen würde ? Die Grenze mit den Freibeträgen verwirrt mich ebenfalls, genauso die Thematik Kleinunternehmer und Kleingewerbe, und wie ist das überhaupt wenn ich mit den Einnahmen eigentlich nur mein Hobby refinanziere, bin ich trotzdem verpflichtet das dem Finanzamt zu melden. Außerdem frage ich mich wie es dann wohl mit der Steuererklärung läuft, wenn ich jetzt noch gar keine machen müsste ? …

Vielleicht hat jemand von euch eine Antwort, ich würde mich zumindest darüber freuen, ein wenig schlauer zu dem Thema zu werden.

Grüße.

Huhu, hat zwar nichts mit deiner Steuerfrage zu tun, aber bei nem OnlineShop solltest du auch noch folgendes beachten:
https://www.e-commerce-magazin.de/onlinehaendler-aufgepasst-neues-verpackungsgesetz-fordert-eine-lizenz-zum-verpacken

Auf instagram hatten in meinem Feed manche deutschen Künstler ihren Etsyshop deswegen geschlossen. Wie schlimm und wie sehr danach geschaut wird, weiß ich jedoch nicht

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Da ich mich gerade das gleiche frage, habe ich einen link für dich:

https://www.gewerbeanmeldung.de/wann-muss-man-gewerbe-anmelden

Als Künstler*in bist du eigentlich den Freien Berufen zugeordnet (was das ist, wird dann erklärt).

Das mit der Verpackung finde ich gruselig; ich frage mich nur auch, ob sich jetzt jeder e-Bay
Verkäufer auch registrieren lassen müsste. Nachdem das ja ein guter Teil der Bevölkerung gelegentlich macht, frage ich mich, wie das gehen soll…

Weiß jemand mehr?

PS: noch ein link:

Wenn man bei e-bay nur gebrauchte Sachen verkauft und nicht über einen gewissen Betrag raus kommt, braucht man sich da keine Gedanken zu machen. Da braucht man keinen Gewerbeschein. Auch bei einmaligen Verkäufen, wie einem Auto, braucht es keinen Gewerbeschein. Sonst hätte ja fast jeder in Deutschland einen Gewerbeschein.

Ich glaube bei selbstgefertigten Unikaten braucht man auch nicht unbedingt eine Gewerbeschein. Sofern man das nicht regelmäßig macht.
Sobald du aber Produkte herstellst (darunter fallen Buttons und Pins) musst du das melden.
Zumindest, wenn ich mich richtig erinnere und das noch dem neuesten Stand entspricht.
Ich hab mich vor Jahren mal in die Materie eingelesen, als ich auch mit dem Gedanken gespielt habe einen Onlineshop zu eröffnen.

An deiner Stelle würde ich mich einfach mal beim Finanzamt beraten lassen. Ich glaube, wenn du unter einem bestimmten Betrag bleibst, fällt auch mit Gewerbeschein keine Steuer an. Wie das mit der Steuererklärung ist solltest du aber nochmal klären. Da gibt es sicher auch Grenzbeträge. Vielleicht reicht es, wenn deine Mutter deinen Gewinn, den du evtl. erzielst, mit angibt bei der Steuer.

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Ich habe letztes Jahr einen Abendkurs zum Thema Selbstständigkeit besucht, weil ich mehr Infos zu diesem Thema wollte.
Leider war der Kurs nicht sehr hilfreich für das was wir Künstler so machen, weil die Zielgruppe eher reiche Leute waren, die ihr Geld investieren wollen, um arme Idioten weiter unten für sich arbeiten zu lassen ^^"

Die einzig wirklich hilfreiche Info, die ich aus dem Kurs mitgenommen habe, war dass scheinbar jedes Finanzamt ein bisschen andere Maßstäbe zugrunde legt, wenn es um die Entscheidung geht, ob man freischaffender Künstler ist, oder ein Gewerbe anmelden muss. Prinzipiell ist der Unterschied, dass ein freischaffender Künstler KUNST erschafft und ein Gewerbetreibender Gebrauchsgegenstände.
In meinem Landkreis handhabt das Finanzamt es einfach so, dass alle Personen, die ihre Bilder auf Papier/Pappe drucken, Künstler sind. Diejenigen, die ihre Bilder auf ein anderes Trägermaterial drucken (Tassen oder so) müssen ein Gewerbe anmelden.
Es kann wohl auch noch eine Rolle spielen, ob man einen künstlerischen Beruf gelernt hat oder nicht- wobei letztere die sind, die das Gewerbe anmelden müssen.

Ironischerweise kann man das Gewerbe dann aber weggenommen bekommen, wenn man wesentlich mehr Material kauft als man am Ende Geld einnimmt. XD So wie es uns erklärt wurde, bekommt man als Gewerbetreibender die Möglichkeit, Künstlermaterial ohne die 19% Mehrwertsteuer zu kaufen. Verdient man aber total wenig, dann nimmt das Finanzamt einem den Gewerbeschein wieder weg, weil man sonst ja womöglich beim Shoppen mehr Mehrwertsteuer einsparen würde als man selber Steuern für sein Unternehmen zahlt. Das fand ich höchst lustig :P

Aber alles in allem hat der Kurs absolut nichts gebracht. Ich denke, wenn ich doch mal ernsthaft einen eigenen Stand auf einer Messe angehe, dann werde ich mich einfach im Finanzamt beraten lassen, inwieweit sie gern Nachweise hätten.

Ich habe die letzten Jahre übrigens immer wieder mal bei Kunstaktionen im Internet mitgemacht, bei denen am Ende relativ geringer Gewinn herauskam (20-100€ pro Jahr). Da ich aus diversen Gründen meine Steuer nicht selber einreichen konnte, sondern mir immer einen Steuerberater geleistet habe, habe ich ihn immer vorher gefragt, ob ich da irgendwas anmelden muss. Wegen der geringen Beträge meinte er aber immer, das sei nicht nötig. Er hat meine Nachweise über Einnahmen und Ausgaben einfach mit den anderen Steuerunterlagen eingereicht und das Finanzamt hat das so akzeptiert.

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Es gibt generell eine Hinzuverdiengrenze von was um die 400 EUR im Jahr, die man einkommenssteuerfrei verdienen darf. Nur wenn man darüber kommt, muss man das melden.

Ansonsten: Wenn ihr einen Steuerberater habt, fragt lieber den als das Finanzamt. Da weckt ihr nur schlafende Hunde.

Verdient man aber total wenig, dann nimmt das Finanzamt einem den Gewerbeschein wieder weg, weil man sonst ja womöglich beim Shoppen mehr Mehrwertsteuer einsparen würde als man selber Steuern für sein Unternehmen zahlt. Das fand ich höchst lustig :P

Das liegt mehr daran, dass zu unternehmerischen Gebahren/ Denken zählt, dass man eine “Gewinnerzielungsabsicht” verfolgt. Das ist das schöne Wort, was auch herangezogen wird, um zu unterscheiden, ob etwas Hobby oder Selbstständigkeit ist. Indem du aber mehr Geld ausgibst als einnimmst, unterläufst du ja dem Gedanken, Gewinn am Ende zu erwirtschaften. Da sagt das Finanzamt dann: Sorry, was du machst ist Hobby. Naja, und dann darf man plötzlich wieder mit dem Status “Endverbraucher” die Umsatztseuer zahlen. ^^"

(Insofern sind auch manche Tipps, am Ende vom Jahr seinen Gewinn durch Anschaffung zu senken, um gewisse Bemessungsgrenzen einhalten zu können, mit Vorsicht zu genießen.)

Frage an die, die schon Gewerbe haben:
Habt ihr das online angemeldet oder habt ihr euch Termin beim Amt geben lassen?
Zahlt ihr extra Steuer und wie ist das wenn ihr nur 200 eur im jahr einnehmt?