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Durchschlagpapier

Auf meiner Erkundungstour durchs Forum ist mir aufgefallen, dass einige von euch Probleme damit haben, ihre Idee richtig zu zeichnen, weil die meisten Papierarten die unangenehme Eigenschaft haben, empfindlich auf Radiergummi zu reagieren. Deswegen hab ich mir gedacht stelle ich euch mal meine Variante des manuellen kopierens vor.

Ich skizziere grundsätzlich alles. Deswegen habe ich oft das Problem gehabt, dass ich eine gelungene Skizze nicht befriedigend auf das gewünschte Medium, bzw Leinwand oder ähnliches übertragen konnte. Eines Tages hat meine Mutter mir eine riesige Rolle Durchschlagpapier mitgebracht, keine Ahnung, wo sie das her hatte. Die Nutzung ist ganz einfach:

Auf normalem Papier arbeitet man seine Skizze so aus, wie man sie letzten Endes haben will. Dann das Transparentpapier oder Butterbrotpapier oder wie auch immer ihr es nennt drauf, durchzeichnen und ihr habt eure Skizze auf dem Transparent… Papier umdrehen, auf den gewünschten Malgrund legen, zum Beispiel auf das Aquarellpapier, aus dem die KaKAO-Karte später sein soll und mit einer Münze durchschlagen. Manche machen es mit einem Bleistift, das find ich aber persönlich nicht so toll, weil ich meine Vorlagen gerne öfters benutze. Ich mache es mit dem Fingernagel, also flach auf das Papier drücken und mit dem Nagelrücken drüber kratzen. Damit setzt sich dann eine Art Stempelabdruck auf dem Malgrund ab. Je weicher der Bleistift war, mit dem man auf dem Transparenz gezeichnet hat, desto dunkler ist die Kopie. Ich empfehle, das Papier auf dem Malgrund irgendwie zu befestigen, damit es nicht ständig davon rutscht. Man muss sehr sorgfältig arbeiten, damit alle Linien ordentlich übernommen werden. Kann man aber auch mit einer Münze oder ähnlichem machen. ACHTUNG: Das Bild ist jetzt gespiegelt. Wenn man das nicht möchte muss man auf der Rückseite des transparenten Papiers die Konturen nochmals nachzeichnen. Hierbei ist dringend zu beachten, dass man darunter ein Papier liegen hat, was man später nicht mehr verwenden will, da man damit schon einen Durchschlag von der anderen Seite macht. Verständlich soweit?

Der Durchschlag hat mehrere große Vorteile:
Zum einen hat man vorher jede Möglichkeit so viel an dem Bild herum zu radieren und auszubesser, wie man will. Außerdem kann man das Bild am PC vergrößer und dann den Ausdruck auf das Durchschlagpapier übertragen. Auch auf dem Transparentpapier kann man noch radieren, absolut problemlos und sogar Rückstandsfrei.
Der nächste Vorteil ist, dass man keine Bleistiftabdrücke auf dem Bild habt. Ihr kennt diese hässlichen Furchen die vor allem Druckbleistifte gerne hinterlassen? Man kann so sanft sein wie man will, das Blatt wird von Bleistiften immer verletzt.
Was mich gleich zum nächsten Punkt bring: Während Bleistifte meistens den Abrieb nicht wie Pulver auf dem Blatt verstreuen (sollen sie ja auch gar nicht) sondern es ins Blatt reindrücken pudert man den Abrieb durch den Druck auf das Transparent auf den Malgrund, man schlägt es durch. Dadurch lässt sich dieser Abrieb auch sehr leicht wieder abnehmen, wenn man zum Beispiel mit Aquarell arbeitet und die Linien weghaben will. Ein Knetradiergummi und sanftes Tupfen reicht vollkommen aus, wie bei Kohle eben auch.
Außerdem lassen sich die ‘Negative’ beliebig oft verwenden. Man kann immer wieder neues Graphit auftragen und durchschlagen, wenn man ordentlich arbeitet.

Also falls das jetzt jemand brauchen kann +g+
Mir ist eben nur aufgefallen, dass viele sich den Akt antun, direkt auf Aquarellpapier zu skizzieren.

LG
Die Mieze :3

Ohja, das habe ich früher auch oft gemacht , besonders als ich noch arge Probleme hatte mit der Anatomie…
Da sahen meine Skizzen aus wie… X___x
(Wo - Wie - Welcher Strich ?! Ahhhhhhh!)

Diese Technik ist wirklich praktisch ^^

Ich hab das ne Zeit lang auch mit Durchschlagpapier gemacht, aber iwann damit aufgehört, weil ih das gespiegelte Bild selbst immer noch korrigieren must (weil es gespiegelt eben schief war xD unfähig).
Das Problem mit den Furchen und dem angefriffenen Papier durch radieren hab ich aber trotzdem nicht O_O versteht nicht, warum alle damit Probleme zu haben scheinen
Ich skizziere generell auf normalem kariertem Papier und paus das ganze dann per Glastisch/CD-Hülle/Fenster/whatever und ner Lampe auf das eigentliche Papier durch o.o
Eigentlich sogar noch einfacher als mit dem Durchschlagpapier ^^

hmm, ich stelle mir den Vorteil von Durschlagpapier ja darin vor dass man eben nicht noch einmal nachzeichnen muss (denn das wird NIE so wie die Skizze, merkt man ja schon beim linen) sondern alles haargenau aufs Papier übertragen wird.
Funktioniert das denn aber auch in der Praxis? Ich stell mir den Abruck bei Durschlagpapier ziemlich “leicht” vor also so dass einige Details auch irgendwie verloren gehen oder verwaschen werden. Oder irre ich mich da? (wär ja toll wenns so wäre, dann nur noch ne Rolle irgendwoher bekommen °_°)

Also ich hab mit meinem Durchschlagpapier bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Allerdings hab ich auch von anderen Arten gehört, die irgendwie eine Wachsbeschichtung haben, in die man dann reinritzt oder so ähnlich, bei der gehen so ziemlich alle Details verloren. Ich male auf meinem die kleinen Dinge immer mit einem Druckbleistift mit 0.3 Mine, damit geht es super, alle Details werden übertragen. Ich klebe mein Papier immer mit Klebestreifen am Papier an, wenn der Untergrund es erlaubt, damit es nicht abrutscht. Funktioniert ganz wunderbärchen.

@Ruka_Haio
Bei Copicpapier mach ich das auch so, aber meine anderen Papiere (Aquarell, Malkarton etc) sind einfach zu dick dafür +g+. Außerdem finde ich das zeichnen auf Glas sehr unangenehm, weil es so hart ist.

mit Durchschlagpapier habe ch es auch schon mal versucht, aber das ging ziemlich in die Hose. Das Papier war von der Qualli wohl nicht so gut.
Ich mache es inzwischen so wie Ruka.
Ich hab mir dafür eine Art Lichttisch gebaut mit dem ich ohne Probleme durch dickes Aquarellpapier meine Skizzen super sehen kann.

Praktisch wäre es, wenn wir hier jetzt konkret werden würden und ein paar Empfehlungen an Durschlagpapieren kommen würden - da gibts ja sicher mehrere Hersteller die unterschiedliche Eigenschaften bei ihren Papieren bieten.

Ich übertrage meine Skizzen auch immer, sobald ich damit mehr vor habe.
Aber ich mach das etwas anders: Nachdem ich immer wild drauf los zeichne, haben meine Skizzen nie das Format, das sie mal bekommen sollen. Gerade Kakao-Karten nicht. Sobald ich eine Skizze als fertig erachte, wird sie eingescannt, auf Format gebracht, bzw eingepasst und, mit nem Rand versehen, auf normalem Druckerpapier wieder ausgedruckt. Das schneide ich mir dann grob zurecht, schwärze die Unterseite mit einem B4 Bleistift ein, klebe es vorsichtig mit Malerkrep auf den Karton oder Malgrund, und Pause es mit einem spitzen H4 Bleistift durch. Das hat den Vorteil, dass meine fertigen Zeichnungen noch genauso aussehen wie die Skizzen, aber auf besserem Papier und wesentlich sauberer.
Mit Kohlepapier oder Durchschlagpapier hab ich eher schlechte Erfahrungen gemacht, da sich das nur sehr schlecht wieder weg radieren läßt.

genau das, was chaosklok beschreibt befürchte ich nämlich bei durchschlagpapier. ich hab da immerv schwarzes oder blaues kohlepapier im kopp, was man auch mal an den pfoten hat und dann überall draufdatscht.
und das sich eben schwer wegradieren lässt und auch nen leichten film kohlefarbe auf teilen der fläche hinterlässt.

ich bin auch eher ein fan des leuchttisches. ich finds unkomplizierter und mache damit keine schweinerei auf meinem rohling.

Leuchttisch ist natürlich die eleganteste Lösung, aber bei 600g-Papier sieht man da nix mehr durch. x)

Ich benutz nen alten Overheadprojektor für sowas, und der ist übelst hell. Aber selbst bei 300g-Papier kommen meine Skizzen nur sehr zaghaft durch und verlieren beim Durchpausen an Dynamik und Detailgrad. Daher bin ich irgendwann wieder auf die alte Methode mit dem Bleistift zurück.

stimmt- bei dickem papier verliere ich auch immer schnell die containance.

aber die bleistiftmethode hat bei mir nie geklappt :(

Bei Durchschlagpapier hätte ich auch die Befürchtung, dass da was schief geht, oder es noch schlechter wieder abgeht, aber wenn ich lese, dass das dann doch scheinbar klappt, finde ich das natürlich super. ^^

Ich hab das als Kind oft gemacht, und dann einfach mit Filzer übermalt oder ausgemalt… da war mir egal ob das Rückstände übrig bleiben, oder sonst was ^^ Ich hab das sogar mal an der Tapete ausprobiert… das gab natürlich Stress mit meiner Mom. XD Aber ich wollte das Bild an meiner Wand haben schmoll

Naja, jetzt lob ich mir den guten alten Lichttisch :D (Glastisch und Lampe drunter tut’s natürlich auch), da weiß ich, dass nichts schief geht.

Seit letztem Jahr, hab ich mir dummerweise angewöhnt beim skizzieren furchtbar aufzudrücken, warum weiß ich leider immer noch nicht… ^^;
Naja, aber da ich sowieso immer erst Im Skizzenbuch, oder auf anderem Papier vor zeichne und am Lichttisch auf besseres Papier übertrage, ist das nicht ganz so schlimm mit dem aufdrücken, aber mich stört das trotzdem… lol
Das Übertragen mach ich dann mit ganz wenig Druck, da klappt es dann auch immer ohne auf zu drücken und auch bleiben dann nachher keine Spuren zurück, obwohl das Bamboo, welches ich benutze, Radierer auch nicht so gut verpackt, ich radiere auch nur das weg was wirklich auffällt. ^^