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Du oder ein/e gute/r Freund/in / Freunde / Familie / andere?

Ich weiß nicht ob es einen solchen Thread schon gab, wenn ja bitte ich um Entschuldigung, die Suche hat nichts ausgespukt.

Ich möchte eine sehr ernste Frage aufwerfen und es würde mich interessieren, was ihr dazu denkt oder ob ihr schon mal in so einer Situation wart und wie ihr euch (und vor allem warum genau so) verhalten habt.

Ist es euch wichtiger selbst glücklich zu sein und dabei einen geliebten Menschen zu verletzten oder andere glücklich zu machen, obwohl ihr euch selbst dabei verletzt / unglücklich macht?

Ich stelle diese Frage nicht aus einer persönlichen Erfahrung heraus, ich hab nämlich gar keine Erfahrung damit. Ich selbst achte irgendwie mehr auf andere die ich mag, dass es ihnen gut geht. Dass es aber zu einer solchen Entscheidung kommen kann, ist mir erst kürzlich wieder aufgefallen und mich würde eure Meinung dazu interessieren. Wie würdet ihr handeln oder habt ihr gehandelt in solchen Situationen?

das ist ein interessantes Thema! Ich fang mal kurz an, mit nur einem kleinen Satz:

Wenn ich meine Familie/freunde mit etwas unglücklich mache kann ich nicht glücklich sein

Ich leb schon seit Jahren nach Variante zwei. Es ist nicht klug oder gesund, aber mir ists einfach wichtiger, die wenigen Menschen in meinem Leben, die mir wirklich etwas bedeuten, nicht zu belasten.
Da fress ich dann so manches lieber in mich hinein.

Ich denke auch immer zuerst an alle anderen und zu allerletzt an mich selbst, ist wirklich nicht sehr gesund und manchmal krieg ichs auch zu hören, dass ich einfach mal an mich denken soll, oder andere auch für mich da sind, aber ändern kann ichs einfach nicht, auch wenn ich weiß, dass es manchmal wirklich besser wäre…

Das ist bei mir so irgendwo zwischendrinn. Durch mein Autismus habe ich eher wenig soziale Kontakte. Durch dass ich Schwierigkeiten habe um Situationen ein zu schätzen sage ich oft ungewollt falsche Dinge die auf andere Personen egoistisch rüberkommen. Sowas bemerke ich in dem Moment nicht, meistens realisiere ich erst einen Tag später, dass ich was gesagt/getan haben könnte, was meine Mitmenschen weh tut. Aus dem Grund höre ich auch öfters, dass ich mal an die Anderen denken sollte, und nicht nur an mich.
Was leichter gesagt als getan ist. :/ Ich weiß in Gespräche zBs auch nie was ich sagen soll, meistens halte ich dann auch eher den Mund statt was zu sagen. Außerdem bin ich empfindlich für laute Stimmen, weshalb ich auch liebe alleine bin.
Es ist jetzt nicht so, als würde ich gar nicht an meine Mitmenschen denken, aber so kommt es halt rüber. XD Wenn man aber meine kleine Makeln kennt kann man damit leben. XD

Wenn es wirklich zu einer Situation kommen sollte, in dem ich entweder für mich oder für jemand wählen müsste, weiß ich nicht was ich tun würde. Das ist wohl ganz abhängig von meinem derzeitigen mentalen Zustand… XD

(Und jetzt denken alle, ich bin eine Psychopatin oder so… XD)

du… sprichst mir grad echt aus der seele ._. (asperger?)
ich glaube ich denke dadurch, dass ich mir inzwischen bewusst bin dass ich selber ein aspi bin, viel öfters nach bevor ich irgendwas sage. das kann zumteil dann auch ausarten, a la ‘kommt dass dann auch ja so rüber wie ichs mein?’ und ich überlegs mir hin und her bevor ichs endlich zur sprache bringe.
trotzdem bin ich froh dass ich es inzwischen weiss, früher dacht ich immer ‘was haben die leute bloss, ich sag doch nur was ich denke’ o.o

ich bin sicher niemand der zuallererst immer an die anderen denkt. ich bin mir selber wichtig und ich schaue, dass es mir gut geht. andererseits geht es mir natürlich nicht gut, wenn ich menschen die mir etwas bedeuten unglücklich mache, desshalb geht das hand in hand.
man kann also sagen dass ich für mich an erster stelle stehe, aber da ich selber ja glücklich und zufrieden sein will und kein schlechtes gewissen haben will, die umwelt durchaus nicht zukurz kommt.
egoistische einstellung? mh, ja wahrscheinlich schon.

Ich glaub das ist eine Umfrage.
Also verschieb ich das mal.

@Azuela

Jap, Aspi. Endlich jemand der das versteht ;A; Ich kann mich dem was du gesagt hast, nur anschliessen… :)

Ich weiß es nicht.
Ich denke, es kommt immer auf die Person, Zeit und Situation an.
Viele meiner Sätze fange ich mir “Ich” an, weshalb ich mich nicht als wirklich selbstlos einschätzen würde. Trotzdem habe ich tagelang ein schlechtes gewissen, wenn ich jemanden verletzt habe. Und es weiß. Ich weiß es nicht immer.
Ab und zu spreche ich einfach laut aus, was ich denke. Vor allem, wenn ich müde bin. Deswegen bin ich nicht gern nach Mitternacht unterwegs und hasse es, woanders zu übernachten.
Meine Mutter meint, ich wäre zu streng zu anderen. Das stimmt vielleicht, deswegen versuche ich, mich zurückzuhalten. Ich brauche nicht viele Menschen um mich herum, aber die, die ich habe, sind mir wirklich wichtig.
Andererseits lasse ich mich zu wirklich lächerlich heroischen Taten hinreißen, auch für andere Menschen, die mich selbst zurückstehen lassen.
Wenn ich mal, entgegen meiner sonstigen Art, nicht dafür loben lasse, fragen mich meine Freunde, warum ich nichts gesagt habe.
Es ist irritierend. Aber wie gesagt. Ich kann nicht generell sagen, was mir wichtiger ist.

Ganz ehrlich: es kommt auf die Situation drauf an, zumindest klingt es für mich so am logischsten

Ich bin eher jemand, der versucht, dass die Leute, dir mir am Herzen liegen, glücklich sind, denn meist bin ich dann auch glücklich, wenn sie sich gut fühlen und freuen können.
Doch inzwischen hab ich schon gemerkt, dass ich das nicht wirklich hinbekomme, ich sage oft Sachen, die andere für kalt und gefühllos halten, die ich aber nicht so meine. Meine Familie und ich glaub auch die ganz guten Freunde von mir wissen das inzwischen und verstehen auch meist, was ich eigentlich sagen will. Aber Leute, die mich nur n paar Stunden kennen, finden das oft beleidigend oder ähnliches und dann hab ich sie natürlich verletzt, obwohl das gar nicht meine Absicht war. Wenn sowas passiert, dann kann ich mich nicht mehr rausreden, schweige dann und fühl mich auch schlecht, denn mir is immer noch wichtiger, dass es anderen gut geht, erst danach komme ich (merkt man aber durch meine gespielte Jammerei nicht so)
Vor kurzem hab ich aber auch begriffen, dass ich nicht immer nur auf andere schauen kann, manchmal muss ich selbst auch mal Vorrang haben, denn nicht immer macht es mich fröhlich, wenn ich andere lachen sehe. Aber wie ich mich für mich wichtiger mache und mich mal um mich selbst mehr Sorgen mache, weiß ich leider nicht, hab keine Ahnung wie ich das hinbringen soll, krieg ich aber schon i-wie raus…glaub ich

…bin mir grad nicht sicher, ob i-wer versteht, was genau ich sagen will ^^’

Also mir gehts auch ähnlich. Ich bin so ein Mensch, der immer schaut, dass es anderen gut geht, dass niemand zu kurz kommt, dass jeder um mich herum ist Glück verspürt. Und ich mache vieles dafür, ob es Familie ist oder Freunde, Bekannte etc. Ich wurde so erzogen. Allerdings habe ich auch viel Negatives dadurch erlebt. Und zwar nicht nur so, dass ich mal kurz ein schlechtes Gewissen hatte, nein, sondern: Ich habe sehr gelitten. Ich war teils von anderen ausgenutzt worden, teils wie Dreck behandelt oder Ähnliches… Aber ich habe es nicht bemerkt und das ist glaube ich das Schlimmste an dem Ganzen. Meine Familie und Freunde waren dann für mich da und auch mein Freund halfen mir aus der Situationen wie beschrieben.
Seitdem bin ich etwas arroganter, lehne ab was ich nicht für Richtig halte und bin wohl dadurch auch etwas egoistischer geworden. Ich halte es für Wichtig, dass man auch sich selber glücklich machen soll und wenn es auch Familie, Freunde und Bekannte glücklich macht, so ist es nicht beabsichtigt, aber schön!
Viele beschreiben mich als liebevoll und nett, ich dagegen behaupte stets ich sei böse und unhöfflich - ich will andere nicht verletzen, aber sie sollen auch nicht erwarten, dass ich immer das Richtige aus Ihrer Sicht mache.

Nun, das ist meine Meinung.
Absichtlich möchte ich niemanden verletzen, aber mich verletzen lasse ich mich JETZT auch nicht mehr ^^ <- Kurzfassung XD

An andere zu denken, ist ja prinzipiell erstmal ne gute Sache, mach ich auch, aber wenn man selbst dabei zu kurz kommt und es einem auf Dauer schlecht geht, wird es auch den Leuten denen man wichtig ist auf kurz oder lang nicht mehr gut damit gehen, dass man ihrem Willen nach gehandelt hat. Ein schönes Beispiel dafür wäre die Ausbildung: Die Eltern möchten unbedingt, dass ihr Kind beispielsweise Arzt wird. Das ist gut für die Gesellschaft, ein angesehener Beruf etc. etc. Nun möchte das Kind aber eigentlich Tischler werden, fügt sich aber dem Willen seiner Eltern. Irgendwann kommt im Extremfall der Punkt, wo das Kind zusammenbricht, weil es der Anforderung doch nicht gewachsen ist und sich ausserdem in diesem Berufsfeld gar nicht wohl fühlt. Und da kommt dann der Punkt, wo sich die Eltern selber Vorwürfe machen, warum sie ihrem Kind nicht mehr Freiraum gelassen haben. Ergo, es kann am Anfang vielleicht so wirken, als mache man andere glücklich, aber auf kurz oder lang kann sich bei einem Extremfall das Ganze ins Gegenteil verkehren.

Daher bin ich der Meinung, man muss immer ein Stück an andere, aber genauso an sich denken, bei jeder Entscheidung.

Ich denke, ich lebe auch nach Variante 2.
Leider muss ich dazu aber direkt sagen das ich nicht gerade viele solcher “geliebten Menschen” habe. (ja manchmal glaub ich bei mir ist irgendwas kaputt, ich bin einfach verdammt menschenscheu in die Ecke kauer)
Mein Freund und ich sind da sehr eingespielt, ich behaupte es passiert relativ selten das er mich verletzt oder ich ihn. Und wenn das so ist fällt es uns sofort auf und wir entschuldigen uns.
Bei meiner Familie achte ich immer drauf alles richtig zu machen und über eigenen Kummer selten bis eigentlich nie zu sprechen. Mein Vater, meine Ma und meine Schwester heulen sich so ziemlich oft bei mir aus (und nicht gerade selten sprechen sie dann voneinander, supi so zwischen den Fronten ;) ).
Ich hatte schon paar mal versucht mit meinem Kummer dazwischen zu kommen, aber meist geht in meiner Familie mein gegenüber eh nicht drauf ein und redet weiterhin von sich, so das ich angefangen habe es einfach gar nicht mehr zu versuchen.
Auf der Arbeit stelle ich auch irgendwie immer alle vor mich, und versuche es anderen Recht zu machen, obwohl sie nicht mal nett zu mir sind.
Manchmal denke ich ich sollte mehr an mich denken, denn so werde ich warscheinlich irgendwann mal ein fettes Magengeschwür bekommen, mein Magen spielt in Stresssituationen oder ähnlichen nämlich eh schon schnell verrückt.

Das Thema finde ich unglaublich interessant, weil ich vor kurzem in einer solchen Situation selber war, wo ich mich fragen musste, was ist wichtiger? Das Glück von mir oder von anderen?
Prinzipiell gehöre ich eindeutig zu den Menschen, die alles dafür tun, dass es den Mitmenschen, die mir was bedeuten, gut geht. Ich stelle eigene Bedürfnisse zurück, nehme Rücksicht und so weiter und so fort. Ein Verhalten, das vermutlich viele teilen.

Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass das eigene Glück und die eigene Zufriedenheit sehr wichtig ist. Wie kann ich sonst dafür sorgen das es anderen Menschen gut geht, wenn ich selber unglücklich bin? Nur wenn es mir gut geht, kann ich darauf achten, dass es anderen auch gut geht. Bei mir war das eine Beziehungstechnische Frage: in einer Beziehung bleiben, auch wenn die Liebe weg ist (ich habe meinen Ex menschlich noch sehr gemocht, aber eben nicht mehr geliebt) und garantieren das er glücklich ist oder eben sein Leben “zerstören” das wir bis dato hatten und selber wieder nach dem eigenen Glück suchen? Da ich von meinem Ex spreche ist ja deutlich wie die Entscheidung ausgefallen ist und in meinen Augen ist es auch die einzig richtige Wahl gewesen.

Wenn man selber unzufrieden ist und immer nur zurück steckt (wobei man diese Unzufriedenheit anfänglich meist gar nicht bemerkt), dann wird man auf kurz oder lang feststellen, das man auch ungerecht zu anderen Menschen wird. Bei mir war es so, das ich unbewusst meinen Ex nicht sonderlich gut behandelt habe, ihn für Kleinigkeiten angeranzt habe und so weiter. In manchen Dingen sollte man und muss man einfach egoistisch sein (bitte nicht falsch verstehen, ich rede nicht davon auf andere gar keine Rücksicht mehr zu nehmen!). Denn ich kann mich nur wiederholen: ich denke man kann erst dafür sorgen das es anderen gut geht und das die Bedürfnisse der anderen befriedigt werden, wenn es einem selber gut geht, sonst wird man sich damit irgendwann selber zu Grunde richten und sehr sehr unglücklich werden.

Fazit: Es muss ein Mittelweg her. Verständnis für die Bedürfnisse anderer sehr gerne, auch immer mal wieder die Aufgabe eigener Wünsche um die eines anderen zu verwirklichen, aber alles in einem ausgewogenen Maß, niemals auf völlige Kosten des Egos :)