Das Thema finde ich unglaublich interessant, weil ich vor kurzem in einer solchen Situation selber war, wo ich mich fragen musste, was ist wichtiger? Das Glück von mir oder von anderen?
Prinzipiell gehöre ich eindeutig zu den Menschen, die alles dafür tun, dass es den Mitmenschen, die mir was bedeuten, gut geht. Ich stelle eigene Bedürfnisse zurück, nehme Rücksicht und so weiter und so fort. Ein Verhalten, das vermutlich viele teilen.
Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass das eigene Glück und die eigene Zufriedenheit sehr wichtig ist. Wie kann ich sonst dafür sorgen das es anderen Menschen gut geht, wenn ich selber unglücklich bin? Nur wenn es mir gut geht, kann ich darauf achten, dass es anderen auch gut geht. Bei mir war das eine Beziehungstechnische Frage: in einer Beziehung bleiben, auch wenn die Liebe weg ist (ich habe meinen Ex menschlich noch sehr gemocht, aber eben nicht mehr geliebt) und garantieren das er glücklich ist oder eben sein Leben “zerstören” das wir bis dato hatten und selber wieder nach dem eigenen Glück suchen? Da ich von meinem Ex spreche ist ja deutlich wie die Entscheidung ausgefallen ist und in meinen Augen ist es auch die einzig richtige Wahl gewesen.
Wenn man selber unzufrieden ist und immer nur zurück steckt (wobei man diese Unzufriedenheit anfänglich meist gar nicht bemerkt), dann wird man auf kurz oder lang feststellen, das man auch ungerecht zu anderen Menschen wird. Bei mir war es so, das ich unbewusst meinen Ex nicht sonderlich gut behandelt habe, ihn für Kleinigkeiten angeranzt habe und so weiter. In manchen Dingen sollte man und muss man einfach egoistisch sein (bitte nicht falsch verstehen, ich rede nicht davon auf andere gar keine Rücksicht mehr zu nehmen!). Denn ich kann mich nur wiederholen: ich denke man kann erst dafür sorgen das es anderen gut geht und das die Bedürfnisse der anderen befriedigt werden, wenn es einem selber gut geht, sonst wird man sich damit irgendwann selber zu Grunde richten und sehr sehr unglücklich werden.
Fazit: Es muss ein Mittelweg her. Verständnis für die Bedürfnisse anderer sehr gerne, auch immer mal wieder die Aufgabe eigener Wünsche um die eines anderen zu verwirklichen, aber alles in einem ausgewogenen Maß, niemals auf völlige Kosten des Egos :)