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Copics ohne Lines

Habe gerade erst meine erste Versuche hinter mir mit dem Copics ganz ohne Lineart.
Finde ich nicht besonders einfach. Bin eigentlich eher so die, die ihre Lines wirklig liebt,
aber die Möglichkeit die Markers wie Aquarellefarben zu benutzen intressiert mich.

Wer hat damit schon Erfahrungen gemacht? Mein Hauptproblem liegt (jetzt am Anfang), darin, dass
einige Farben sich nicht so einfach mischen lassen. Braun und Grün wollen nicht so ganz z.B.
Wäre dankbar für Tipps und Hinweise, in welche Richtung ich weiterschauen kann.

Anna

Leider auch neu, aber würd mich auch mal interessieren!

An sich ist es nicht sooo schwer… Man muss sich eben vorher extra eine Skizze machen und schon mal grob kolorieren. Dann weiß man wo welche Farben hinkommen und bei der richtigen Karte zeichnet man seine “Lines” mit dem jeweiligen Liner vor.
z.B. bei diesem Künstler kann man es gut sehen, wie er mit Markern vorskizziert. Und er zeichnet diese kleinen Kunstwerke wie wir auf Kartenformat o__o! Ich bin mir nicht sicher, hege aber auch den Verdacht, dass er teils mit Aquarell-buntstiften vorzeichnet. Die würden sich ja evtl. auflösen und so nicht mehr zu sehen sein?

Ich zeichne auch fast immer mit Lines. Die paar Male (Beispiel) wo ich ohne Lines coloriert hab, wars aber doch bissl knifflig. Das wär einer der Fälle, wo ich dann zugeben muss, dass der Copic Marker vorteilhafter ist, als die Ciaos mit der Pinselspitze.

@kosmicgirl: ich bin mir grad nicht sicher, wie du zeichnest, aber dass Copics schwer mischbar sind, ist mir nicht gerade neu :D Man kann zwar Farben gut abtönen (z.B. Hauttöne mit Grau oder Violett schattieren oder allgemein HELLE Farben für Lichteffekte setzen), aber dunkle Farben lassen sich kaum mischen, da die einzelnen Copicfarben sehr dominant sind. Meist kommt dann wohl ein schwärzlicher Brei raus… Bei hellen Farben gehts evtl. noch.
Grundsätzlich würde ich aber bei Copics weniger mischen, sondern gleich die passende Farbe nehmen. Marker sind eben nicht so mischbar wie Aquarell.

Bei Colorationen ohne Lineart muss man drauf achten, dass man die Flächen ordentlich voneinander abgrenzt, also stärkere Kontraste einarbeitet. Sonst wirds schnell unübersichtlicher Einheitsbrei. Ist bei Copics teils knifflig, wenn man auf Papier arbeitet, das zum Bluten oder Laufen der Farben neigt.

Aquarellstifte lassen sich bedingt durch Copic lösen und vermalen, sauen aber auch die Spitzen ein und können verkleben, wenn man zu doll übertreibt…
Es gibt auch noch die Option mit einem härteren Bleistift ganz sacht Lines zu machen oder einfach farbige Lines zu verwenden. Das Lineart verschwindet so nicht komplett, wird aber wesentlich dezenter. Bleistift kann fast komplett unter dunkleren Farbschichten verschwinden.

Naja, zuerst mal seh ich Grade den Zusammenhang nicht. Du redest von Copics ohne Lines, aber in deiner Frage geht es dann eigentlich um das Farben mischen?
Ich mische doch ohne Lines auch nicht anders als mit Lines.

Jedenfalls, um mal auf das zeichnen ohne Lines einzugehen, ich mach das so gut wie immer, weil Lines einfach nicht zu meinem Stil passen.
Beispiel: http://www.kakao-karten.de/karten/180087?sort=benutzer
Ich geh so vor, dass ich mit Bleistift vorzeichne und dann den Bereich, den ich Grade anmalen will mit nem Knetradierer so hell mache, dass man ihn Grade noch so sieht, da Copics besser Wirken als jedes Fixativ und ein einmal übermalter Bleistiftstrich nie wieder weggeht.
Ich radier nicht das ganze Bild auf einmal weg, weil ich sonst nach kürzester Zeit nicht mehr wüsste, was ich eigentlich Grade zeichne.
Die Methode ist unglaublich umständlich, aber anders geht’s leider nicht.

Das größte Problem beim zeichnen ohne Lines ist allerdings das ausbluten. Ich hab den papiertest ausführlich studiert, aber es scheint kein Papier zu geben, bei dem die Farben nicht ausbluten, das nicht irgendeinen massiven negativpunkt hat.
Wenn man Lines hat, begrenzen die das Motiv recht gut, da fällt das gar nicht auf, aber sobald die fehlen, wird es schnell “unscharf” weil die Grenzen ein bisschen verlaufen, was kleine Details ziemlich schwer macht.

Zum Farben mischen: wirklich mischen, also aus 2 Farben eine neue machen, finde ich nicht so optimal, weil das Ergebnis meistens nicht ganz so hübsch wird. Es geht zwar, aber wo immer es möglich ist, würde ich drauf verzichten. Dagegen mischen für verschiedene Farbabstufungen und Übergänge geht recht gut mit vielen, vielen Farbschichten, die immer wieder übermalt werden, bis sie komplett miteinander “verschmolzen” sind.

Ich arbeite bei meinem Landschaftskakaos immer ohne Lines (bzw mit gaaanz einfachen Bleistiftlinien) und habe auch “nur” CopicCiaos, also die mit der Pinselspitze. Natürlich sitzen die Lines dann am Ende nicht zu 100% da, wo man es erwartet hätte, aber das finde ich persönlich gar nicht schlimm. Erst recht nicht bei natürlichen Motiven.
Das von vielen wenig gemochte Verlaufen der Farben und auch die Ränderbildung bei mehreren Schichten finde ich für solche Colorationen unabdingbar! Bei mir entstehtt nur so ein aquarelliger Eindruck mit weichen Übergängen, wenn ich weiche haben will, und mit harten (Ränderbildung), wenn ich harte haben will… Ergo versuche ich die Farbe so flüssig wie möglich auf dem Papier zu lassen. Dazu nehme ich meistens handelsübliches Druckerpapier. Man muss dann zwar was drunterlegen, weil es doch ziemlich dünn ist und viel Farbe durchläuft, aber ansonsten sehe ich keine Nachteile daran. Mich stört es vielmehr, wenn ich auf Pappe zeichnen muss. ö.ö

Bei dünnem Papier, wo die Farbe gut durchläuft, werden die Marker aber schneller leer >.<

Ne, genau anders herum. Dickes Papier, auf dem Verläufe meist besser gelingen, saugen die Stifte leer. ZB Bristol (Lana oder Brunnen) oder das Idee Papier. Glatte Layout Papiere nehmen keine Farbe auf und lassen so den Stift länger am Leben.

edit, die Rede ist von Druckerpapier, wer lesen kann und so.

Ja, die Marker werden in der Tat schnell leer, aber anders kriege ich es nicht hin. ^-^ Und da nimmt man doch lieber mehr Materialkosten in Anspruch als später ein schlechteres Ergebnis zu erzielen, stimmt’s?

So viele Antworten! Danke ^_^

Also… zum klären; ich möchte (hauptsächlich beim Natur und Landschaftsmotiven) Motive ähnlich die, die Cheryknoedel im Galerie hat, schaffen. Leider habe ich noch keine Karte zu zeigen von dem was ich bis jetzt gemacht habe :(
Ich arbeite auf dünnes, glattes Papier, und mag grundsätzlich wie die helle Farben auf einander wirken wenn man sie auf einander auftragen. Ich mag auch zu spielen mit der Ränderbildung und Farbveränderungen die durch dem Farbschichten entstehen. Falls ich dabei viel oder wenig Farbe verbrauche weiss ich ehrlich nicht… Und dann kommt das mit dem dunkleren Farben dazu… und es wird einfach nicht so wie ich mir es vorstelle. :(

Mein Problem mit dem Outlines liegt hauptsächlich darin, dass auch Bleistift (meiner Meinung nach) nicht immer wegzuradieren ist, nach dem ich drauf gemalt habe! Aber ohne Lines geht es auch nicht ganz, ich vergesse ich einfach zu schnell was ich alles machen wollte oder es wird alles ZU einfach.
@Wüstenpfeil. Ein Bild wie dein Pfeilgiftfrosch hinzukriegen… davon kann ich nur noch träumen!

Hat denn jemanden Erfahrungen mit Lichtpulte gemacht in diesem Hinsicht? Also direkt über die Skizze zu malen? Ich möchte so oder so gerne so einen Pult (wenn ich mehr Platz bekomme, und es wäre cool wenn das auch gut funktionieren würde :) Bis dahin muss ich wohl versuchen, mit dem Bleistift besser umzugehen… ^_^

Hmm, ich kann mir das nicht vorstellen, dass das funktioniert, ein richtiges Bild zu malen, während es die ganze Zeit angeleuchtet wird. Da siehst du ja dann auch die Farben nicht richtig, weil alles so hell ist.

Deswegen meinte ich ja auch, das Bild nur Stück für Stück wegzuradieren, oder nur aufzuhellen. Ich hab mir extra dafür nen ganz harten Bleistift gekauft, dass der Strich von Anfang an schon nur sehr hell ist.
Bei den dunklen Farben kann man die Vorzeichnung auch da lassen, die wird dann von den Farben verdeckt und bei den ganz hellen, radier ich wirklich genau nur die Linien weg, an denen ich entlang zeichnen will, der Rest bleibt, so wie es ist.
Es geht ja nur darum, dass der Copic den Bleistift nicht “fixiert”.
Wenn man die Linie nicht ganz wegradiert, sondern nur so stark aufhellt, dass man sie nur noch leicht sieht, überdeckt so gut wie jeder Farbton den Bleistift, da fällt dann die Skizze selbst unter hellen Gelbtönen nicht mehr auf.
Das hat den Vorteil, dass man immer noch etwas hat, an dem man sich orientieren kann.