Mich nimmt die Thematik aktuell so mit, dass ich das hier auch unbedingt mal ansprechen muss - die Ereignisse von Clausnitz, wo ein Nazimob einen Bus mit Flüchtlingen aufhält und angreift, und Polizisten Gewalt gegen verängstigte, minderjährige Flüchtlinge anwendet. Weinende Flüchtlinge in einem Hassmeer von “Wir sind das Volk!” und “Wir sind das Reich!”.
Was läuft denn nur hier in Deutschland? Wie kann es ausgerechnet bei uns möglich sein, dass der Rechtpopulismus wieder Gesellschaftsfähig wurde, die Polizeit wegsieht oder gar mit macht, und jeder ein Auge zudrückt, während wir Schritt für Schritt zurück zu Rassismus und Pogromartigen Zuständen kehren? :(
Danke für diesen Thread.
Ich habe grade das Video gesehen und auch das, wo die Polizei Kinder gewaltsam aus dem Bus zerrt. Da wird einem richtig schlecht…
Ich schäme mich so so sehr in Sachsen zu wohnen. Ich schäme mich, dass Teile meiner Familie sich moralisch auf die Seite dieses gewaltsamen Mobs von Fremdenhassern stellen würden. Ich schäme mich, dass man in diesem Land von “christlichen Werten” spricht und diese Werte aber in den Augen derer, die am lautesten danach schreien, offensichtlich nur für weißhäutige Leute mit deutscher Staatsbürgerschaft gelten.
Gott, was geht hier eigentlich gerade ab…
Huhu,
Ich finds super, dass du hier geantwortet hast (und schade, dass es so wenig Reaktionen gibt). Es ist so ein entsetzliches und ernüchterndes Thema, und mir ist unbegreiflich, dass in Deutschland so viele Leute der AfD und Pegida Propaganda folgen ohne darüber nachzudenken - und wie wenige schlussendlich dagegen aufstehen und Stellung beziehen gegen rechte Gewalt.
Die gestrige Pressekonferenz zu Clausnitz war niederschmetternd. Die Polizei Sachsen gibt den Flüchtlingen die Schuld an dem Geschehen. Weil sie nicht aus dem Bus gekommen seien, sei Gewalt nötig gewesen. Und den Mob hätten sie selbst provoziert. Im Klartext heisst das, laut Polizei Sachsen: Die Flüchtlinge haben gefälligst keine Angst zu haben vor einem gewaltbereiten Mob der erstmal zwei Stunden den Bus aufhält, sondern hat frohen Mutes hindurch zu schreiten. Weinende Kinder sind zudem eine Provokation und müssen mit Gewalt bestraft werden.
In was für einer Welt leben wir denn? In was für einem Land?!
Und heute Nacht brannte zum wiederholten Male allein in diesem Jahr eine geplante Flüchtlingsunterkunft ab. Schaulustige bejubelten das Feuer und behinderten Löscharbeiten - und sogar Kinder brüllten rassistische Parolen.
(Bericht z.B. per SZ: http://www.sueddeutsche.de/panorama/sachsen-schaulustige-bejubeln-brand-in-fluechtlingsheim-1.2872923).
Und weiterhin kaum Reaktionen? Die Bundesregierung hält die Füße still? Den meisten Deutschen ist es egal, solange sie persönlich nicht betroffen sind?
Ich empfinde das als unmenschlich und niederschmetternd und zum heulen.
Wir leben im Jahr 2016 in einem Land, das bittere Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus gemacht hat - und dennoch geht alles wieder von vorne los. Pogrome inklusive.
Es ist wirklich schlimm. Als ich das in den Nachrichten gesehen habe war ich bestürzt. Wie kann man sich guten Gewissens Mensch nennen wenn man seine Macht an hilflosen, verängstigten Kindern demonstriert?
Man kann sich wirklich nur fremdschämen für all die “besorgten Bürger”
Klar, ehrlich mal, warum reißen sich diese von wochenlangem Martyrium abgekämpften, teilweise schwer traumatisierten und gerade erst in einem fremden Land angekommenen Flüchtline nicht einfach zusammen??? Die sollten doch wissen dass dieser brüllende Mob da draußen eigentlich gar nicht so gewaltbereit ist wie er tut! (https://www.tagesschau.de/inland/anschlaege-asylunterkuenfte-bka-101.html uuuups. http://www.proasyl.de/de/news/detail/news/2015_dramatischer_anstieg_von_gewalt_gegen_fluechtlinge/ nochmal uuuups)[/Sarkasmus]
Jetzt mal ehrlich, die Kinder und Frauen weinen nicht, weil sie keinen Lolli bekommen, sondern weil sie panische Angst haben! Und zwar offensichtlich berechtigterweise.
Die Reaktion der Polizei ist einfach nur widerlich (andererseits weiß ich von einem Kumpel, der eine Polizeiausbildung angefangen (und dann wieder abgebrochen) hat, dass sich tatsächlich sehr viele Polizisten eher auf der rechten Seite des politischen Spektrums befinden, also ist das vielleicht gar nicht so verwunderlich…)
Ich fürchte, das ist leider so ein Grundprinzip der Menschheit. In manchen Fällen vielleicht auch ganz hilfreich (wenn man sich über alles aufregen würde was in der Welt so falschläuft würde man daran kaputt gehen glaub ich), aber in diesem Fall wirklich beschämend. Es ist so einfach jetzt zu sagen “jaja, die Sachsen” und zu glauben, sich damit aus der Affäre zu ziehen. Es sind ja immer die Anderen, die irgendwas machen.
Andererseits…ich persönlich weiß nicht, was ich machen soll. Ich habe das Gefühl, dass alles was man tun kann nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Und ich bin ehrlichgesagt momentan viel zu erschöpft um auf jeden Facebook-Kommentar oder auf jede Stammtischparole zu reagieren und eine Diskussion anzufangen. Klar gibt es Willkommensfeste und Friedensdemos und Hilfsorganisationen. Aber der Mob schreit nunmal lauter und wird mehr wahrgenommen.
Die Videos fand ich auch ganz schön hart, als ich sie das erste Mal gesehen habe.
Ich verfechte normalerweise immer die Ansicht, dass man den ‘besorgten Bürgern’ respektvoll zuhören und ernsthaft versuchen soll zu verstehen, weshalb sie besorgt sind. Das ist die Grundlage jeder respektvollen Kommunikation. Klar: Leute, die arbeitslos sind und seit Jahren von Ämtern psychisch terrorisiert werden und suggeriert bekommen, dass sie Verlierer sind, die keiner braucht… Sicher haben diese Menschen das Gefühl, dass es Deutschland schon sehr schlecht gehen muss, wenn man so behandelt wird, wenn man Hilfe braucht. Da kann ich mir vorstellen, warum sie panisch und wütend reagieren, wenn nun Leute aus anderen Ländern kommen, die ebenfalls Hilfe brauchen. Ich denke, da steckt echte Angst dahinter, dass deutsche Arbeitslose es künftig noch schwerer gemacht bekommen.
Von daher finde ich normalerweise , dass man diesen Leuten die Möglichkeit geben muss, ihre Angst auszusprechen, ohne ihnen “Nazi” entgegen zu schreien.
Aber diese Aktion in Clausnitz war wirklich unterste Schublade. Da kommen Menschen aus Ländern, in denen sie Angst haben mussten, jeden Moment von einer Bombe zerfetzt zu werden… und werden sie hier SO begrüßt. Ich habe schon in der Schule Mobber gehasst, die ihren Frust an Leuten ausgelassen haben, die noch schwächer sind als sie. SO darf man seine Angst nun wirklich nicht ausdrücken. Ich hoffe, dass es für diesen Mob eine demonstrative Strafe gibt, denn anders lernen Mobber nicht, wo die Grenze ist.
Ich denke, denjenigen Deutschen, die noch klar denken können und die von diesen Videos betroffen sind, ist es nicht egal. Aber den meisten wird es wohl gehen wie Astriferous - und mir: Was kann man schon tun? Solange man kein Politiker ist und effektiv Macht hat, kann man bestenfalls sagen dass man das Verhalten unglaublich daneben findet. Vielleicht auf eine Demo gehen… die dann einfach ignoriert wird.
Meine Methode, die Welt zu ändern, ist die, einfach im Alltag respektvoll mit den “besorgten Bürgern” in meinem Umfeld zu reden und sie anzuregen, sich auch mal in die Rolle eines Flüchtlings hineinzudenken. Ich beschimpfe niemanden als Nazi, sondern ich höre zu und bin vielleicht auch mal die Schulter zum Ausheulen für Ängste. Aber dann bitte ich die Leute, sich vorzustellen, dass morgen ihr Haus von der Regierung weggebombt wird und sie Angst haben müssen, dass sie oder ihre Kinder oder der Freund jede Sekunde in Stücke gefetzt werden könnten. Ob sie dann nicht auch fliehen würden?
Damit rette ich sicher nicht die Welt, aber jeder Mensch, der sein Gehirn einschaltet und darauf verzichtet, rechte oder linke Parolen zu brüllen, ist sicher auch schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ^^"
Mich machen die Zustände in Deutschland momentan auch sehr unglücklich, ich gebe zu, dass ich mich auch oft von den Medien isoliere selten Nachrichten verfolge, wenn nicht eine Schlagzeile im Internet meine Aufmerksamkeit erhascht… ist nicht sehr lobenswert, aber es macht mich einfach so unfassbar wütend, was hier passiert. Gerade in Deutschland, man sollte doch meinen, dass man aus der Vergangenheit lernen kann…?
Ich sehe das so wie Ermelin. Es ist nicht damit getan, ängstliche Bürger als Nazis abzutun. Es ist zum Kotzen, was einige von denen tun, aber dahinter stecken viele Ängste, die einfach ignoriert werden. Auch ich habe Angst, weil viele in meinem Bekanntenkreis immer wieder betonen, was für ein schlimmes Frauenbild die Syrer doch haben, kriminell sind sowieso alle von denen, die hierher kommen und Silvester in Köln hat natürlich bestätigt, wie viele Vergewaltiger darunter sind. Ach ja, und die meisten Asylbewerber kommen aus sicheren Ländern und wollen nur Sozialleistungen. Soweit die gängige Meinung. Ich weigere mich, alle über einen Kamm zu scheren - schwarze Schafe gibt es bekanntlich überall, aber deswegen direkt alle in eine Schublade zu kehren… nein.
Leider redet man bei vielen gegen eine Wand aus Vorurteilen und Gerüchten, wenn man sie zum Umdenken bringen will, aber versuchen tu ich es dennoch. Ich kann mir das nicht einfach nur anhören, wenn jemand in meinem Bekanntenkreis rassistischen Müll nachplappert oder die Flüchtlinge als Sündenbock für Misstände missbraucht, die es schon lange zuvor im System gab…
Ich fänd es schön, wenn man die Leute irgendwie zusammenbringen könnte… mich nerven diese ganzen Vorurteile so sehr und es würde so viel helfen, wenn man die Fremden einfach mal kennen lernen könnte. Meh. Aber ich fühl mich da auch so klein und weiß nicht, was ich machen kann, außer Leuten zu sagen: “Denk doch mal nach, bevor du Mist redest.”
Sehr schön finde ich übrigens dieses Projekt. Schön, dass es auch sowas gibt.
Ich wohne in einer sehr alten Arbeitersiedlung und in meiner Häuserreihe wohnen zwei Flüchtlingsfamilien (ich mag das Wort nicht sonderlich, aber es bringt es leider auf den Punkt) und ich bin so unendlich glücklich, dass sie ein neues Zuhause haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie echt freundlich sind und mich auch immer Grüßen. Das eine Kind klopft immer von innen an die Scheibe, wenn es mich sieht und winkt mir. Das ist so süß…
Und dann ist da mein ziemlich deutscher Nachbar, der mir an Weihnachten sagte: “Ich hab ja nichts gegen die Flüchtlinge, aber jetzt musste ich, weil die Kinder Angst vor meinen Hunden haben, einen Zaun ziehen. Außerdem, warum bekommen die an Weihnachten etwas geschenkt, wenn sie nicht ein mal dran glauben?” (Sie hatten von Helfern einige nötige Dinge wie Töpfe und Spielzeug bekommen)
Mir kam fast mein Weihnachtsessen wieder hoch.
Ich distanziere mich mittlerweile bewusst von den Medien, weil ich es einfach nur schrecklich finde, wie sich das sogenannte deutsche Volk aufführt.
Wenn die AFD wirklich die prognostizierten Stimmen bekommt, bin ich sehr geneigt dazu auszuwandern. Und zwar raus aus Europa.
Mit den in Anführungszeichen bedorgtrn Bürgern meine ich die Leute die ohne selbst nach zudenken Hasspredigen folgen.
Mir ist bewusst dass es auch Bürger gibt die friedlich ihre Ängste äußern und DENEN sollte man wirklich Gehör und Informationen zukommen lassen. Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es Menschen die sich Gedanken machen und dem Flüchtlingsthema negativ entgegenstehen. Dennoch distanzieren sie sich von Aktionen wie in Clausnitz oder Leipzig weil das einfach keine Lösung für sie ist.
Es freut mich total, dass hier mittlerweile doch einige von euch posten :)
Es stimmt schon, als Einzelne können wir gefühlt gar nichts ausrichten - aber jeder einzelne, der sich informiert, der eine Meinung hat, und der im Zweifelsfalle Nein sagt oder jemanden anderen informiert hat doch schon viel mehr getan als jemand, der still bleibt. Das ist zumindest mein Trost, heute, am Jahrestag der Hinrichtung der Geschwister Scholl und Co.
Ich verfolge im Moment recht akribisch all die Debatten zum Thema, gerade auf Twitter. Zum einen bin ich erleichtert, wie viele Menschen sich gegen Rassismus und Rechtsradikalität melden, zum anderen entsetzt, wie viele Nazis (und in dem Fall muss man sie größtenteils so nennen, das sind wirklich Menschen mit aktiver Gesinnung, keine verirrten Rechten) sich doch ebenso melden. Schade ist es auch, dass gar zu schnell Anti-Sachsen-Parolen genannt werden. Das ist ja weder so dahergesagt wahr, noch hilft es irgendwie weiter. Das Problem ist ein Gesamtdeutsches, Sachsen hat lediglich das Pech, strukturelle Probleme in der Vergangenheit noch immer verdauen zu müssen. Aber darum kann man die Rechtstendenzen doch nicht nach Sachsen abwälzen und so tun, als hätte der Rest Deutschlands nicht auch ein Problem.
Ich finde es auch niederschmetternd, wie unreflektiert der Polizeieinsatz in Clausnitz von offizieller Seite gehandhabt wird - als wolle man sich auf Teufel komm raus nicht das Nest beschmutzen wollen. Lieber stellt man sich selbst als Unterstützer des Mobs dar statt zuzugeben, dass man eventuell falsch reagiert hat.
Nun gibts es zwar allerhand Statements verschiedener Politiker die die Geschehnisse von Clausnitz und Bautzen verurteilen… aber ob es nun endlich Konsequenzen gegen rechte Gewalt gibt? Ich weiß ja nicht…
Ich arbeite ja als Lehrerin - mir war heute morgen das Traurigste, bei meinen Jüngsten die drei putzmunteren Flüchtlingskinder zu sehen, die herzallerliebst, bemüht, lieb, witzig und einfach menschlich super sind - und mir zu denken, dass es in Deutschland im Jahr 2016 wieder Menschen gibt, die so hasserfüllt sind, dass sie diesen kleinen Mäusen, ihren Familien, und überhaupt lauter Menschen die nicht anders sind als wir, Tod und Verderben an den Hals wünschen.
Das ist zum Heulen.
Um eins vorweg klar zu stellen: ich halte nichts von der dämlichen Aktion in Clausnitz noch ähnlich gearteten. Ich fürchte nur, das die Angst großer ist, als hier bisher angenommen.
Ich denke, es gibt genügend Menschen die Angst haben vor Bombenanschlägen. Und zwar direkt hier.
Man denke nur an die Anschläge in Paris oder Frankreich allgemein, die Warnungen und Ankündigungen hier in Deutschland, etwa München.
Die, ich nenn sie mal so, Reisepass-Affäre. Einer die Terroristen in Paris ist getarnt im Flüchtlingsstrom durch gekommen.
Viele Menschen haben Angst, dass der Terror durch den Flüchtlingsstrom es leichter hat hier Fuß zu fassen. Man will hier nicht die selben Szenarien haben wie dort. Sicher versucht man diese Möglichkeiten auszuschließen. Aber wir haben schon in der Vergangenheit gesehen, das nicht alles glatt läuft. Menschlich, bei einer so großen Zahl.
Es ist keine Entschuldigung, sicher nicht. Es ist grausam.
Aber es ist nicht nur die Angst, keinen Arbeitsplatz mehr zu bekommen.
Wie am Anfang schon gesagt, ich halte nichts von diesen gewalttätigen Aktionen. Ich würde mir nur eine friedlichere Lösung wünschen. Das oben nach gedacht wird, mehr Mitgefühl herrscht.
So sehr ich diesen Menschen helfen mag, die aus Angst aus ihrer Heimat fliehen, aber nur aufnehmen ist keine Lösung. Man müsste direkt gegen das Grundproblem vorgehen.
Dann wären zwei Ängste aus der Welt geschafft: die Angst vor Terror und die Angst vor dem zu kurz kommen.
(@Yue:
Auch wenn ich das Wunschdenken auch habe, aber genau so ne Aussage ist im Kreis drehen.
Vor Ort für Sicherheit in den Ländern sorgen. Das war doch einer der Gründe, warum die Anschläge in Paris passiert sind.
“Frankreich mischt sich ein”, war eine der großen Slogans, welche von den Terroristen kamen.
Wenn Terroristen hier Anschläge planen, dann machen die das auch ohne den Flüchtlingsstrom. Da wird wieder nen Flugzeug geschnappt und der 11. September wiederholt.)
Das was in Sachsen passiert ist schrecklich und absolut keine Lösung. Und jemand der Häuser anzündet, dem kann man auch nicht mehr die Ängste nehmen. Wer solche Schwellen überschreitet, da redet man gegen eine Wand.
Das ein kaputter Dachstuhl oder so von unseren Steuergeldern bezahlt wird, daran denken die garnicht. Und dann jammern sie, weil die Flüchtlinge soviel Geld verbrauchen.
Hab da kein Verständniss für.
Ich sollte in diesem Thread garnicht antworten, krieg da nur graue Haare. x’D
In der Arbeit haben wir auch so Spezialisten, welche den Ganzen Tag Müll reden.
Bei uns im Radio gabs ne coole Aktion. Wo Leute fragen stellen konnten über Flüchtlinge und Regelungen.
Wenn da so Fragen gestellt werden wie
“Stimmt es, dass die eine Küche bezahlt bekommen? Wenn meine Tochter auszieht, bekommt die auch keine 4500 Euro Küche vom Staat!”
Oder:
“Wenn die Kinder in den Kindergarten kommen, werden die auf Krankheiten geprüft. Ich hab Angst, dass meine Tochter Läuse von denen kriegt.”
…
(… wenn das so Ffragen sind, dann graust es mich wirklich, was für Gerüchte erzählt werden.)
Natürlich ist es nicht die Angst, aber es ist auch ein Teil davon.
Natürlich gibt es andere Wege um Anschläge zu verüben und aufhören, Flüchtlinge aufzunehmen heißt auch nicht das die IS plötzlich aufhört.
Aber es ist nun mal bis zu einem gewissen Grad verknüpft.
Ich finde man muss trotz allem helfen. Die meisten Menschen, die hier her kommen, flüchten ja gerade davor.
Ich hatte übrigens auch eine nette Begegnung, letzten Sommer zu meinem Geburtstag.
Wir hatte am Neckar gegrillt. Als es anfing zu regnen sind wir unter die Brücke geflüchtet, mitsamt Grill. Da stand eine Frau mit ihren Kindern. Sie haben sich wahnsinnig über Muffins und das restliche Grillfleisch gefreut. Einer meiner Freunde, der arabisch spricht, hat uns später erzählt was die Mutter ihren Kindern gesagt hat. Von: “Die haben keine Ahnung und noch nie etwas schlimmes erlebt.” zu: “Nette Menschen”
Ich schätze, sie haben auch nicht so nette Erfahrungen hier gemacht und ich hab mich gefreut, das sie auch noch positive Erfahrungen gemacht haben.
bei einigen denkt man sich wirklich, ob die nicht andere Probleme haben als ausländische Läuse oder ne Küche
denen würde ich gerne vor Augen halten dass diese Menschen nicht freiwillig Alles zurückgelassen haben. wenn sie die Wahl hätten wären sie auch lieber in ihrem Land, in ihrem Haus bei ihren Familien geblieben aber der drohende Tod ist ein überzeugendes Argument mit nur dem Hemd am Körper die Flucht zu ergreifen.
die bekommen ja jetzt auch keine Luxuswohnung zugeteilt, sondern nur ein stabiles Dach über den Kopf mit dem Nötigsten und da gehört eine Küche eben dazu.
bei so Menschen fällt mir der Kopf vor lauter Schütteln schon ab…
@2330nm
ich kann auch nicht verstehen wie die Leute nicht sehen können dass alle Brände und Neubauten an Flüchtlingsheimen von Steuergeldern bezahlt werden. damit zahlen alle doppelt und dreifach drauf für die Dummheit einiger weniger und das tut weh und darüber sollten die mal nachdenken bevor sie leichtsinnig Häuser anzünden… das Feuer hätte auch auf nahe liegende Gebäude übergreifen können und dann ist das Gejammer wieder groß
Ich kann gar nicht meine ganzen Gedanken dazu aufschreiben, aber das meiste ist glaube ich auch schon gesagt worden.
Mir macht diese Blindheit und totale Faktenresistenz, diese Panik, irgendwer könnte ja mehr bekommen als man selbst, wahnsinnige Angst. Ich kann kaum Nachrichten schauen und darf keine Kommentare unter entsprechenden Beiträge lesen, weil ich davon nicht einmal mehr wütend werde, sondern nur noch hilflos. Man hat Zugriff auf alle Fakten, aber rennt trotzdem lieber blind irgendwelchen Gerüchten nach, weil… Keine Ahnung. Ich weiß es wirklich nicht.
