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Christliche Fundamentalisten

Wenn man heutzutage von christlichen Fundamentalisten hört, denkt man zuerst an diverse Vereinigungen und Erzkonservative in den USA, zumindest geht mir das so. Vor einigen Jahren kam dann die Erkenntnis, dass es auch in Deutschland solche Kräfte gibt. Anfangs dachte ich noch: „Okay, dass sind ein paar wenige Spinner, die eh nicht viel Einfluss haben.“
Angefangen mir mehr Gedanken über das ganze Thema zu machen habe ich, als ich meinen jetzigen Freundeskreis kennen gelernt habe.
Zusammen waren wir am Wochenende auf einer Gegendemo zum sog. 1000-Kreuze-Marsch. Die ganze Aktion war recht ernüchternd. Am Wochenende davor war eine Nazi – Demo mit entsprechender Gegendemo und Medienpräsenz. Unsere Aktion hingegen ist weitestgehend ungehört verklungen. Als die Polizisten aufgelaufen sind – immerhin zwei Hundertschaften für 100 Demonstranten und ca. 200 Gegendemonstranten) – habe ich Leute fragen gehört, was denn los sei. Ein Fußballspiel? Die beiden Herren habe ich dann schnell aufgeklärt.
Hier ein paar generelle Infos für euch:
Die Vereinigung, die den Marsch organisiert nennt sich EuroProLife. Ihr Ziel ist angeblich die Rettung von ungeborenem Leben. Wenn man allerdings auf der Homepage genauer schaut wird man schnell einen gefährlichen Unterton feststellen:
Dort wird behauptet, dass eine Frau, die die Möglichkeit hat abzutreiben das eigentliche Opfer ist:

„Wird dabei nicht gerade die Frau geopfert, indem man ihr die letzte Entscheidung überlässt“
Die Evolution wird abgestritten und die Schöpfungslehre vertreten:

„Die Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes im Rahmen des Human-Genom-Projekts, ist ein wichtiger Fortschritt in der Wissenschaft. Jedoch werden einige Ergebnisse in manchen evolutionistischen Publikationen verdreht dargestellt.“
Schlussfolgerung:
Die Ähnlichkeiten beweisen nicht die Evolution, sondern die Schöpfung.

(Zitate alle von europrolife.com und angegliederten Seiten übernommen)
Wer hier weiterlesen will: http://europrolife.com/
(Ich konnte nach einiger Zeit nicht mehr…)

Zum einen wird sich hier gegen ein Selbstbestimmungsrecht der Frauen plädiert, zum anderen wird die biblische Schöpfung über alles gestellt. Weitere Punkt, die, wie ich zugeben muss nicht aus der Homepage ersichtlich sind, aber dennoch eine Rolle für die Protestaktionen gegen die Marschierenden gespielt hat, sind die homophobe Einstellung, sowie das reaktionäre Gedankengut, dass diese Menschen verbreiten möchten.
Dazu hier eine Homepage:
http://gegen1000kreuze.blogsport.de/
Persönlich finde ich es sehr wichtig auch hier im Land über diese Strömungen Bescheid zu wissen. Was mich u. a. persönlich ärgert war die Reaktion der Zeitung auf uns Gegendemonstranten, waren wir doch die Störenden. Selbst das Statement einer Freundin und mir, dass wir bei der Gegendemo mitlaufen, weil es uns wichtig ist gegen jegliche Art von Extremismus und Fundamentalismus zu sein, liest sich im entsprechenden Artikel negativ:
http://www.wn.de/Muenster/1000-Kreuze-Gebetsmarsch-fuer-das-Leben-Ungeborenem-Leben-verpflichtet
Was sind eure Gedanken zu der ganzen Sache. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob es besser wäre diese Leute komplett zu ignorieren um ihnen gar keine mediale Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ich bin mir leider nur allzu gut bewusst, dass das nicht geht und so –verzeiht, wenn ich mich wiederhole – finde ich gerade Aufklärung wichtig.

Oh Mann, ich hab den Artikel gelesen und verstehe vollkommen, warum dich der Tonfall aufregt. grrrrr

Ich denke, prinzipiell ist es jedem einzelnen überlassen, woran er wie sehr glaubt. Das Thema Abtreibung ist ein heikles, und ich trete einen Schritt zurück und sage okay, wenn mir eine Frau selbst sagt, dass sie nicht abtreiben will (und warum!).
Was ich persönlich absolut schrecklich finde, ist die Ausblendung des Themas, zum Beispiel bei schwangeren Teenies. Sicherlich muss das Mädchen selbst entscheiden, was es tut, und die Eltern dürfen es auf keinen Fall zu einer bestimmten Entscheidung zwingen, aber es ist in meinen Augen die verdammte Pflicht der Eltern, mit ihrer Tochter alle Möglichkeiten durchzusprechen! Wenn ich dann Dialoge höre wie:
12-Jährige: “Ich bin schwanger!”
Eltern: “Oh nein! Wie konnte das passieren? Naja, wir kriegen das schon hin. Wir werden halt auf das Kleine aufpassen, während du in der Schule bist.”
Und Ende.
…, dann könnt ich kotzen.
Egal, was die Eltern für eine Religion praktizieren, oder wie sie selbst für sich entscheiden würden - Ja, Abtreibung ist eine Möglichkeit!
Und das sage ich, ohne ein “Abtreibungs-Befürworter” zu sein, wie es in dem netten Artikel steht. (Und mal ganz ehrlich, das klingt als wären die Gegendemonstranten ein Haufen Gestörte, die jubeln, wenn ein Kind abgetrieben wird. What the heck?!?)
Ich halte mich eher für einen Befürworter der freien und sinnvollen Entscheidung!

Und allgemein zum Thema religiöser Fundamentalismus/Extremismus…
Barg, es ist superschwierig, die richtigen Worte zu finden, ohne irgendwen anzugreifen. >_<°
Ich stimme deiner Freundin zu: Extremismus kann nicht gut sein. Ich denke, wann immer sich jemand auf eine Idee versteift und keine logischen Argumente mehr zulässt, ist das keine Einstellung mehr, die ich gutheißen kann.

Als meine Schulfreundin in der 11. Klasse ihr Austauschjahr in Oklahoma (reinstes Fundamentalisten-Land) machte, musste ihr Astronomie-Lehrer seinen kompletten Unterricht in einer “Die Wissenschaftler behaupten, dass”-Form halten, und den Schülern wurde einge"prügelt", dass diese ganze Geschichte von der Entwicklung der Erde eine Lüge ist - tatsächlich ist die Welt nämlich vor 6000 Jahren entstanden, und Gott hat die Skelette der Dinosaurier in die Erde gelegt, um unseren Glauben zu prüfen. ô_o

Wie man vielleicht merkt, stehe ich dem christlichen Fundamentalismus (a.k.a. “Was in der Bibel steht, stimmt Wort für Wort!!1elf!”) eher kritisch gegenüber… und einige Dinge finde ich sogar lächerlich. hustDino-Knochenhust

Und noch schlimmer als alles andere finde ich es, wenn Menschen mit extremen religiösen Ansichten sich berufen fühlen, andere mit ihren Einstellungen zu belästigen. Ich fand die Missionare schon sch…!
Denn wie ich schon in Ansätzen ausgedrückt habe: Ich finde es völlig in Ordnung, wenn Menschen religiös sind, und auch, wenn sie es nicht sind, und das alles unabhängig von der Religion selbst. Jeder soll glauben dürfen, was er will. Kein Mensch braucht Leute, die einen mit Bibel-/Koran-/Woher-auch-immer-Zitaten zu bekehren versuchen!!!
Der Mensch ist für sich selbst verantwortlich. Wenn er Informationen wünscht, dann wird er sie sich schon holen! Ich selbst bin als junges Ding (übrigens nicht als Kleinkind getauft, meine Eltern wollten mir die Entscheidung überlassen) zum Pastor der nächstgelegenen Kirche gegangen und hab ihn gefragt, warum ich ausgerechnet seinem Klub beitreten soll. Seine Antwort gefiel mir, nun bin ich Protestant. ;P
Hey, das hab ich ganz alleine hingekriegt, und das als Kind! Warum zum Henker meinen die Zeugen und was weiß ich wer noch dann, sie müssten erwachsene Leute bequatschen!!! >_<

Ähm, ja. Das fiel jetzt doch deutlich weniger “politically correct” aus, als ich wollte. >__>° Sorry an alle, die sich angegriffen fühlen!

Zunächst einmal: Es gibt nicht wenige Menschen in Deutschland, die “Kreationisten” sind und eher an “Intelligent Design” als an die Evolutions theorie glauben. Jeder hat so seinen Glauben und seine Gründe. Ob es sich bei allem, das gegen die eigene Meinung geht, um Extremismus handelt, sei dahingestellt.

Es sind immer emotionale Begründungen im Spiel. Ich kenne kein einziges Demonstrationsthema bei dem das nicht so ist. Nur sehr, sehr wenige können sich überhaupt auf rationale Begründungen stützen. Menschenrechte sind weder gottgegeben, noch rational begründbar, sondern von Menschen gemacht auf Basis gemeinsamer Vorstellungen.

Extremisten sind nicht diejenigen, die auf einer angekündigten, genehmigten Demo ihre Meinung gesetzeskonform in der Öffentlichkeit kundtun, sondern diejenigen, die in Eigenregie gegen gültiges Recht verstoßen und sich, mit welchen Gründen auch immer, etwa vor Abtreibungskliniken stellen und die Herauskommenden bedrängen, beschimpfen, verfolgen oder zusammentreten.

Wieso unterstellst du “EuroProLife”, dass sie nur angeblich für die Rechte ungeborenen Lebens eintreten? Natürlich ist eine religiös geprägte Organisation nie “nur” für eine einzige Sache, sondern in der Begründung spielen noch ganz andere Dinge und Forderungen mit. Das Verbot der Abtreibung hängt eng mit dem Bild der Frau, der Sünderin aus dem Garten Eden, zusammen. In der fundamentalistischen christlichen Vorstellung hat die Frau den Mann um das Paradies betrogen, also einiges auf Erden wieder gut zu machen. Wie kann man ihr da Selbstbestimmung zugestehen?

Davon abgesehen entsteht ein Kind natürlich nicht aus heiterem Himmel heraus, auch wenn Christen das von der Jungfrau Maria glauben. Hierbei sollte man die Kirche im Hinterkopf bewahren, die Verhütungsmittel ablehnt. Aus so ziemlich den gleichen Gründen wie die Abtreibung: Anscheinend glauben manche, Spermien seien schon Menschen.
Wenn das zu glauben schon zu angeblichem Extremismus verleitet, wann ist ein Mensch ein Mensch, wenn man nicht daran glaubt?

Mir persönlich ist es schlichtweg egal, wenn ein paar Leute auf die Straße gehen und gegen Abtreibung demonstrieren, solange es mir als Frau weiterhin erlaubt ist, abzutreiben, wann mir der Hut danach steht. Genau genommen habe ich da gar nicht so große Freiheit, denn ab einer gewissen Schwangerschaftswoche darf ich das leider, leider nicht mehr.

Insgesamt ziehe ich aus dem “Extremisten”-Gequatsche nur ein Fazit: Die Einstellung unserer Gesellschaft zum Thema Leben muss sich generell ändern.

Wie kann es sein, dass ein ungeborenes Leben höher bewertet wird als ein geborenes? Habt ihr jemals einen der Abtreibungsgegner so engagiert gesehen, wenn eine Frau, die abtreiben wollte, nun doch ihr Kind auf die Welt gebracht hat und Hilfe (etwa finanzielle oder irgendwann mal einen Ausbildungsplatz für das Kind)? Sehr wahrscheinlich nicht. Sobald das Kind auf der Welt ist, ist es ja egal, was mit ihm passiert. Kann man ja in ein Heim geben. Hauptsache der 10 Milliardste Mensch ist endlich auf der Erde.

Aber natürlich protestieren die Leute in der Regel auch gegen Sterbehilfe, ein Recht, das dem selbstdenkenden Menschen auch heute noch verwehrt ist. Er hat das Recht auf Leben zu nutzen, ob er will oder nicht. Also eher eine Pflicht. Nur wem gegenüber? Wem gegenüber ist der Atheist verpflichetet? Gott wohl kaum.
Man sieht den Kranken lieber vegetieren, als dass man ihm seinen letzten Wunsch erfüllt, in Würde zu sterben. Er hat oft nicht einmal das Recht, diesen Wunsch zu formulieren.

Und so sieht unser Leben in unserer Gesellschaft dann auch aus: gewollt, wenn wir nicht da sind, ungewollt, wenn wir da sind, aber es ist uns nicht erlaubt zu gehen. Warum beschränkst du diese Lebenseinstellung auf christliche Fundamentalisten? Oder wolltest du auf etwas anderes hinaus?

Ich bin weit davon entfernt alles, was gegen meine Meinung geht als Extremismus anzusehen. Generell gestehe ich jedem Menschen seine eigene, persönliche Meinung zu, solange diese andere Leben nicht negativ berührt. Jeder Mensch hat das Recht dazu zu Glauben, was er/sie möchte.
Was ich nicht haben kann ist, wenn versucht wird anderen Menschen diesen Glauben aufzudrücken.

Ihr Ziel ist angeblich die Rettung von ungeborenem Leben
Ich gebe zu, die Zeile ist unglücklich formuliert. Ich habe tatsächlich überlegt das angeblich raus zu lassen. Vordergründig wäre wahrscheinlich das bessere Wort gewesen. Aber wie du schon sagst, ein wenig Emotionalität spielt natürlich eine Rolle und ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mich da nicht rausnehmen kann. Darum habe ich aber alle Seiten auf die ich mich beziehe verlinkt, damit ihr euch ein eigenes Bild machen könnt. Und mir persönlich geht es nicht nur um das Thema Abtreibung:
Die Einstellung unserer Gesellschaft zum Thema Leben muss sich generell ändern
Da stimme ich dir zu. Diese Änderung sollte aber durch reflektierte Selbstbestimmung geprägt sein und keine Folge von von außen aufgedrängten Glaubens- oder Wertvorstellungen. (Wobei ich weiß, dass es keine 100% Selbstbestimmung gibt, m. E. auch nicht geben kann, da wir nun mal in einer Gemeinschaft leben.) Ich denke Menschen sollen mit wichtigen Entscheidungen, wie über Leben und Tod nicht allein gelassen werden und jede Hilfe erhalten, die sie können. Trotzdem ist es das Recht jedes Menschen selbst zu entscheiden. Gerade eben auch, weil es sich dabei nicht um einfache Entscheidungen dreht die man mal eben so trifft.

Ich stimme dir zu, dass es keine 100% Selbstbestimmung geben kann. Ich bin auch für gesetzliche Regelungen, weil etwa Sterbehilfe natürlich auch eine großes Missbrauchspotential birgt. Auch finde ich es nicht gut, wenn eine Frau ausgerechnet im 9. Schwangerschaftsmonat abtreibt… wie auch immer das gehen soll.

Ich verstehe trotzdem nicht ganz, worüber du jetzt diskutieren wolltest. Ich denke, dass wir alle wissen, dass es Fundamentalisten auch in den deutschen christlichen Reihen gibt. Die Zeugen Jehovas haben schon an so ziemlich jede deutsche Tür geklopft.

Im Eingangsbeitrag hast du dich über Abtreibungsgegner, Kreationisten und das traditionelle Frauenbild fundamentalistischer Christen geäußert. Darüber kann man leider nicht diskutieren, weil die Leute das nunmal glauben und wir diese Leute natürlich nicht wegdiskutieren können. Worüber man diskutieren könnte, wären diese drei Themen im Einzelnen und ohne “zwanghafen” religiösen Bezug. Wäre es nicht vielleicht sinnvoller, wenn du dein Gesprächsthema etwas konkreter und/oder weiter fasst? Finde das Themas bzw. dier Themen, die du angeschnitten hast, nämlich ganz interessant.

Nur als Beispiel: Wann fängt (religiöser) Fanatismus an?
Oder, wenn’s dir um Abtreibung geht: Abtreibung ja/nein? Wann beginnt das menschliche Leben?
Oder: Die Rolle der Frau im 21. Jahrhundert
und so weiter

Bei diesem Beitrag handelt es sich um MEINE Meinung, ich will niemandem seine absprechen, denn jeder hat seine eigene. Das einzige was ich nicht haben kann ist, wenn jemand etwas, das ich mit ‘Meiner Meinung nach …’ beginne mit ‘Nein!’ beantwortet. Meine Meinung kann nicht verneint werden, weil es ist meine. Da geht es nicht um Wahrheit oder Wirklichkeit, das ist, wie ich die Welt sehe. Außerdem hoffe ich meinen Beitrag so formulieren zu können, dass er nicht nach ‘gehetze’ oder ähnlichem klingt.

Mir gefällt, dass du die Theorie in der Theorie besonders hervorgehoben hast. Natürlich ist eine Theorie in den Naturwissenschaften nicht eine Theorie wie in Idee sondern ein bewiesener Sachverhalt, dennoch muss bedacht werden, dass eine Idee bewiesen wird. Auch Kreationisten können ihre Theorie beweisen, leider eben so, dass Evolutionstheoretiker nur die Hände in der Luft zusammen klatschen können. Dummerweise gewinnen Kreationisten ihre Dikussionen grundsätzlich, weil Gott, sofern man ihn als Argument zulässt, einfach unschlagbar ist.
Ich habe eine unglaublich süße Kommilitonin und ich musste mir echt Mühe geben, nicht mit ihr zu streiten, als sie Intelligent Design erwähnte als sei es das natürlichste der Welt, als moderner Student nicht an die Evolutionstheorie zu glauben. Natürlich lässt sie sich beweisen, aber mit den gleichen Argumenten lässt sich dummerweise auch die Schöpfung beweisen. Das einzige, was sich nicht beweisen lässt, ist die Existenz Gottes. Aber das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Wie kann man ein ungeborenes Leben höher bewerten als ein ungeborenes, fragst du. Ich denke nicht, dass es höher bewertet wird, es wird nur vehement beschützt, weil es nicht selbst aufstehen und für sein Recht kämpfen kann. Warum sollte das geborene Leben höher gewertet werden als das ungeborene? Lassen wir jetzt mal Vergewaltigung und den ganzen unbeabsichtigten Kram außen vor. Dann war es einfach - ihre - eigene - Schuld. Punkt. SIE hat einen Fehler gemacht. SIE hat nicht ordentlich verhütet. SIE hat etwas falsch gemacht, nicht das Baby. Außerdem gibt es ne Menge Möglichkeiten vor einer Abtreibung. Die Pille danach ist ja im Moment sowas wie Modedroge Nummer eins. Wenn eine Frau über Abtreibung nachdenkt ist sie meistens schon so weit über den Zyklus hinaus, dass ich mir nur denk … ‘Mädl, das merkt man doch früher!’. Es gibt bestimmt nen Haufen guter Gründe zur Abtreibung, aber da muss man halt früh genug drüber nachdenken. Was mich am meisten schockiert hat war dein Satz: ** “Genau genommen habe ich da gar nicht so große Freiheit, denn ab einer gewissen Schwangerschaftswoche darf ich das leider, leider nicht mehr.”** Wir sprechen doch nicht von einem Zellhaufen ohne Leben, wir sprechen von einem MENSCHEN! Abtreibung ist MORD. Da kann man argumentieren wie man will! Ein Känguru wird nach einer Tragezeit von 20-40 Tagen geboren und im Beutel weiter ausgetragen. Das Wesen ist dann so gut wie fertig. Bei Menschen ist das doch nicht anders. Das Kind ist fertig, es lebt, sein Herz schlägt. Warum hat dieses Wesen kein Recht auf Leben? Ich bin kein Fundamentalist und ich bin bestimmt auch kein Prinzipienreiter. Ich bin der Meinung, dass man jeden Fall einzeln studieren und prüfen sollte. Aber ein Leben zu beenden bevor es begonnen hat … die Mutter hat einen Fehler gemacht. Nicht das Kind.

Und zum Thema Sterbehilfe … ich kann gut verstehen, warum ein Arzt das nicht tun darf. Mediziner legen den Hypokratischen Eid ab, der besagt, dass sie das Leben ihrer Patienten schützen. Ich finde es schwierig zu entscheiden, welcher Mensch mündig genug ist, selbst über sein Leben zu entscheiden. Manche krallen sich am Leben fest, andere können es nicht schnell genug weg werfen. Wer entscheidet denn nun, was lebenswert ist und was nicht?

Ich bin christlich geboren, getauft, aufgezogen und gefirmt. Ich finde den Glauben an sich auch eigentlich nicht schlecht. Mein Grund, mich von dieser Religion abzuwenden ist die Umsetzung und die Geschichte dahinter. Jeder sollte für sich einen Weg finden, mit dem Leben zurecht zu kommen. Fundamentalismus ist sicher nicht der schlechteste.

Ich möchte bitte, dass in dieser Diskussion nicht weiter über Abtreibung oder Sterbehilfe diskutiert wird. Ich könnt einen neuen Thread erstellen und ggf. euren eigenen Text reinkopieren.
Worüber hier diskutiert werden kann, wäre wie im ersten Beitrag erwähnt:

Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob es besser wäre diese Leute komplett zu ignorieren um ihnen gar keine mediale Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ich bin mir leider nur allzu gut bewusst, dass das nicht geht und so –verzeiht, wenn ich mich wiederhole – finde ich gerade Aufklärung wichtig.
Also, ob man Fundamentalisten ignorieren sollte, ob man gegendemonstrieren sollte usw.

Es ist wirklich schwierig über dieses Thema zu diskutieren, zumal mir eigentlich nicht ganz klar ist was ein “Fundamendalist” ist.
Ich selbst glaube, dass die 6000-Jahre-Geschichte mit Schöpfung in 6 Tagen und so, wortwörtlich sein kann. Aber nicht weil ich sämtliche Erkenntnisse der Wissenschaft verneine.
Meine Eltern haben sich taufen lassen, als ich sechs Jahre als war. Sie sind beide studierte Akademiker und waren da auch schon gut über 30. Seitdem sind wir jeden Sonntag in die Gemeinde gegangen und haben beim Essen gebetet und alles. Ungefähr zehn Jahre lang habe ich überlegt, ob das tatsächlich mein Glaube ist, oder ob ich einfach davon ausgehe, dass das stimmt, weil man es mir halt immer so erzählt hat.
Letzten Endes bin ich zum Schluss gekommen “Ja, es gibt einen Gott. Der Mensch ist nicht das höchste non-plus-ultra im Universum und es gibt viele viele Dinge, die er nicht weiß und sich nicht mal ansatzweise vorstellen kann.” Und wenn man an dem Punkt erst mal angelangt ist, dann finde ich es nicht absolut hirnrissig, dass dieser Gott, an den ich ja glaube und der allmächtig ist, die Welt in 6 Tagen erschaffen hat. Er soll ja allmächtig sein, da muss ich mir nicht überlegen wie es sein kann, dass Milliarden-Jahre alte Knochen vergraben sind.
[Eine der Erklärungen wie ich sie gehört hab, ist dass die Lichtverhältnisse und restliche Umwelt nicht immer für den gleichen Alterungsprozess gesorgt hat und man deswegen jetzt Sachen nachmisst, die unter AKTUELLEN Verhältnissen so und so alt sein müssten]

Aber wie dem auch sei. Allein für das haben dieser Meinung würde ich mich ungern als “Fundamentalist” abstempeln lassen. Ja, ich glaube das wirklich und ich vertrete sie auch in einer Diskussion wenn jemand eine mit mir führt, aber ich laufe nicht auf der Straße rum und schlag jeden mit der Bibel, der nicht das gleiche glaubt. Auch unter Christen gibt es ja weitläufige Meinungsunterschiede zur Auslegung und Interpretation. Letzten Endes finde ich es aber vollommen egal ob die Welt in 6 Tagen oder 600 Milliarden Jahren entstanden ist. Wir sind jetzt alle hier in der gleichen Welt und in der gleichen Zeit.

Aber um mal auf die ganz ursprüngliche Frage zu kommen: Wenn ihr die “Fundamentalisten” wirklich hasst, dann ignoriert sie. XD Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das frustrierendste für kirchliche Veranstaltungen überhaupt kein Feedback ist. Wenn nicht mal “böse weltliche Menschen” kommen um gegen die zu sein, dann hat die ganze Aktion ja überhaupt keinen Sinn mehr.

Für mich ist ein Fundamentalist jemand, der 1. eine extreme Form seines Glaubens ausübt (welcher Art auch immer) und 2. auch “extrem” darauf handelt. Soll heißen, der Glaube wird radikal vertreten und nichts anderes wird akzeptiert bzw. Andersgläubige werden nicht aktzeptiert.

Wikipedia sagt das hier:

Ich persönlich bin kein Fan von Fundamentalisten. Ich meine ich laufe ja auch nicht rum um sage jedem er ist blöd, wenn er an Gott glaubt, nur weil ich das nicht so sehe. Es ist ja wohl jedem selbst überlassen, was er denkt.
Normalerweiße werde ich auch an einem bestimmten Punkt frustriert, wenn ich mich mit so jemandem unterhalte. Seinen eigenen Glauben zu vertreten finde ich vollkommen gerechtfertig, aber man sollte es nicht als das Non-plus-ultra für ALLE Menschen ansehen (ähnlich wie auch rainy das schon beschrieben hat).
Leben und Leben lassen.

Aber mal zurück zur Frage : )
Im Normalfall würde ich jedenfalls auch einfach fürs Ignorieren plädieren. Die meisten Fundamentalistengruppen sind nach wie vor kleine Grüppchen, deren Sichtweisen vom größten Teil der Bevölkerung belächelt werden (und ich denke auch nicht, dass sich das in der heuten Zeit in unseren Breitengraden ändern wird). Solange sie also nichts “böses” tun, also gewalttätig versuchen ihre Ziele durchzusetzten, können sie von mir aus so viel Demonstrieren wie sie wollen. Ich bezweifle, dass sie irgendetwas damit ausrichten werden. Wie ich schon geschrieben habe, meine Einstellung basiert auf “Leben und Leben lassen.”
Wenn ich ein Recht auf meine Meinung habe, dann haben die ein auch ein Recht auf ihre.

Also definiert sich Fundamentalismus eher über Handlungen eines Menschen und nicht so sehr über das, was er glaubt.
Das Problem mit dem “kleinkarierten” und “engstirnigen” Glauben ist ja auch, dass er per Definition Alleinigkeitsanspruch hat.
WENN du glaubst, dass es Gott gibt und er die Welt erschaffen hat, dann kannst du zwar akzeptieren, dass andere Menschen das nicht glauben, aber für dich und innerhalb von deinem Glauben kannst du nicht sagen “kann aber auch anders sein”. Das ist ja sonst kein Glaube sondern nur eine Vermutung.

Niemand verlangt, dass man inerhalb seines Glaubens denken muss, dass es auch andere Möglichkeiten gibt. Wie du schon gesagt hast, wäre das ja dann irgendwie konträr zu dem was Glaube eigentlich ist. Hab ich auch nicht gemeint : )
Man sollte nur akzeptieren, dass andere Menschen anders denken und nicht versuchen sie zu bekehren. Jeder kann jawohl selber entscheiden woran er glaubt.
Wenn man das tut ist man auch kein Fundamentalist. Dann ist man einfach nur gläubig. Mit so jemandem unterhalte ich mich dann auch gerne, es ist immer interessant zu erfahren, wie andere das sehen (vor allem weil mein Bild in der Hinsicht ziemlich abgeklärt ist).
Nur Fundamentalisten versuchen einen dann immer irgendwie zu bekehren… und das finde ich anstrengend um es mal simpel auszudrücken.

Es liegt in der NAtur des christlichen (und wohl auch andere) Glaubens diesen Glauben in die Welt hinauszutragen und das “Evangelium”/“Die gute Nachricht” zu verbreiten. Das ist expliziter Teil des Glaubens, da man ja davon ausgeht, dass jeder, der nicht glaubt, nach dem jüngsten Gericht in der Hölle landet. Als liebender Mensch will man da natürlich den Rest der Welt nicht reinlaufen lassen. Was ich bisher bei meinen Mitmenschen beobachte ist, dass die meisten gerade NICHT über Dinge wie Gott und Schöpfung nachdenken, wenn man sie nicht aktiv auf das Thema lenkt. Die wenigsten gehen wirklich von sich aus auf die Suche nach dem, was sie glauben wollen. Da rede ich nicht von Atheisten, die zum Schluss gekommen sind “Das ist alles nur Schwindlerei und Erfindung der Kirche. Gott gibt es gar nicht.” sondern Leute, die nur die Schultern zucken und sagen “Kann schon sein, keine Ahnung, nie drüber nachgedacht, hatte ich eigentlich auch nicht vor.” Ganz abgesehen davon, OB es diese ganze Sache mit Leben nach dem Tod und Ewigkeit und so gibt, WÄRE es eine ziemlich wichtige Sache, WENN es das gäbe. So sollte man sich schon die Zeit nehmen und ernsthaft darüber nachdenken.
Das ist ja auch der Gedanke der Missionierung, wenn Leute in andere Teile der Welt geschickt werden, wo das Christentum weniger ausgeprägt, unbekannt oder sogar verboten ist.

Es gibt aber auf jeden Fall eine gesunde Grenze, die man mit dem menschlichen Verstand ermitteln kann, wo man aufhören sollte Leuten immer wieder dasselbe zu erzählen, etwa wenn man merkt, dass sie wirklcih kein Interesse haben. XD Traurigerweise ist es so, dass manche diese Grenze nicht kennen (oder gar nicht wissen, wovon sie die anderen überhaupt überzeugen wollen) und dadurch ein negatives Image auf die ganze Sache werfen.

Okay, ich gebe zu, bei schreiben hab ich da auch kurz drüber nachgedacht, ob ich jetzt nicht ein bisschen zu extrem vorgehe. Du hast schon Recht.
Ich stimme zu, dass es durchaus in Ordnung ist, anderen Leuten von seinem GLauben zu erzählen und sie dazu anzuhalten mal drüber nachzudenken, “ob das nicht auch was für sie wäre” (sorry, ich weiß die Formulierung ist ein bisschen…). ABER man sollte halt wissen wann man aufhören muss. Wenn die andere Person klar zum Ausdruck bringt, dass sie schon weiß was sie denkt, oder der Idee/dem vorgestellten Glauben nicht nachkommt, dann sollte man das akzeptieren und aufhören.

Da stimme ich dir vollkommen zu. Es gibt genug Menschen auf der Welt, dass man auch nach dem Aussortieren aller, die nichts davon hören WOLLEN, mehr als genug freiwillige hat, dass man nie fertig wird. XD