Seit einiger Zeit schon beschäftigt mich das Thema der Banken ungemein, und da einige sehr intellektuelle und geblidete Köpfe unterwegs sind, bitte ich ebensie, meine Ausgangspunkte mal anzusehen und was draus zu machen.
Alle Staaten haben Schulden bei Banken.
Zinsen können nicht zurückgezahlt werden.
Banken wurden in den letzten 1000 Jahren immer reicher und populärer.
Wenn doch eh jeder weiß, dass Zinsen nie zurückgezahlt werden können und die Banken so letzten Endes alles kassieren werden, was es irgendwie gibt, warum lassen sich die Menschen und vor allem die Staaten das nach wie vor gefallen? Warum startet man nicht einen militärischen Angriff und erfindet sein eigenes Geldsystem, oder besser, warum erfindet nicht jedes Land sein eigenes Geldsystem? So könnte man sehen, welches sich am ehesten etabliert und warum. Ich bin zwar Pazifist, aber einen Angriff auf Banken, die Münzen, Zentralbanken, Tresore, usw … würde ich durchaus befürworten.
Ich würde an deiner Stelle den Thread in “Schulden” umbenennen, denn die sind das eigentliche Übel.
Dass es auf Dauer nicht so weitergehen kann, ist klar. Unser gesamtes System besteht aus Lug und Betrug und ist so unübersichtlich, dass wahrscheinlich sowieso niemand mehr durchblickt. “Wir” sind nicht erst seit gestern in einem Abhängigkeitsverhältnis. Früher haben sich Fürsten bei reichen Juden fleißig Geld geliehen und wenn sie es nicht zurückzahlen konnten oder wollten, wisst ihr ja, wie man da verfahren ist. Heute ist es im Westen nicht mehr so einfach, seine Schulden mal eben loszuwerden. Als “kleiner Mann” hat man zu blechen, als “großer Mann” leiht man sich woanders einfach noch mehr Geld oder schiebt es auf oder zahlt mit Gefälligkeiten.
Es ist heutzutage noch einfacher Schulden zu machen, als zurückzustecken, bis man wieder Geld hat. Seht allein, wie einfach es ist, einen Vertrag abzuschließen und wie schwierig oftmals, ihn aufzulösen! Wehe dir, du kannst nicht zahlen!
Wo überall mit Krediten geworben wird! Wow, als sei jeder von uns jemand, dem man einfach so Geld leihen würde!
An und für sich halte ich das Geldverleihsystem/Zinssystem nicht grundsätzlich für schlecht. Jemand, der eine gute Idee, aber kein Geld hat, könnte sich welches leihen, um seine Idee zu vermarkten, wodurch er erfolgreich wird und das geliehene Geld plus “Danke schön” zurückzahlt. Oder er versagt und hat Schulden. Dafür kann der Geldleiher aber nichts, oder?
Ein Angriff auf Banken und Tresore wird herzlich wenig nützen, solange ein bestimmtes Zahlungsmittel allgemein genutzt wird. Was erhoffst du dir überhaupt davon? Was ändert sich konkret, wenn wir plötzlich “schuldenfrei” wären? Für uns? Für die Dritte Welt und Billiglohnländer, die wir auch heute noch fleißig ausbeuten, damit es uns hier “gut” geht?
Abgesehen davon ist das meiste Geld digital und liegt nicht zentral, sondern wird tagtäglich um den Globus geschoben, auf dass es sich künstlich vermehre, ohne dass Leistung dahintersteckt. Wo ist der große Unterschied, wenn an der Börse mit südamerikanischen Lebensmitteln spekuliert wird und hierzulande Butterberge entstehen, damit die Preise nicht in den Keller sinken? Hat das alles etwas mit Banken zu tun oder nicht doch eher mit einer allgemeinen Einstellung zum Geld?
Die Schwächen unseres kränkelnden Wirtschaftssystems haben übrigens schon viele andere erkannt und alternative Modelle entwickelt. Ein Gedanke ist zum Beispiel eine regionale Währung.
Als Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Regiogeld
Dass Firmen eröffnet werden und, wenn es sich um Flops handelt, die Geschäftsleute in Schulden versinken, ist doch auch blöd. Vor Allem werden so populäre Produkte vor guten Produkten bevorzugt. Man denke an VHS, das Betamax verdrängt hat, die Dvorak-Tastaturen, die durch diese blöden QWERTY ersetzt wurden oder Windows-Computer, unter denen 90% der Computerbenutzer leiden müssen. Eine bessere Lösung habe ich allerdings noch nicht gefunden.
Tut mir leid, aber vieles von dir genannte sind subjektive Empfindungen. Dvorak oder Qwerty? Windows ist scheiße, aber was besseres kennst du nicht? Die Banken sind an allem, was dir nicht gefällt, schuld?
Das erkläre mir doch mal bitte.
Ich finde zum Beispiel Apple-Produkte schrecklich, kann aber aus Erfahrung sagen, dass es gute Produkte sind. Mir gefällt Windows besser als Apple, denn Win macht bei mir weniger Mucken als MacOS. Welches hat deiner Meinung nach eher eine Daseinsberechtigung?
Ach, und nur weil es Konkurrenzprodukte gibt, bedeutet das nicht, dass du nicht nach wie vor deine Lieblingsprodukte nutzen kannst: Niemand hindert dich daran, deine QWERTY-Tastatur zu einer Dvorak umzubauen. Das ist der Vorteil an unserer Wirtschaft: fast jeder kann seine Erfindungen/Entwicklungen/Produkte auf den Markt hauen und gucken, ob sie den Kunden ansprechen. Ist das etwas schlechtes?
Oder leitest du ein Anrecht darauf ab, dass, weil es mal Betamax gab, die Firmen auch in Zukunft Betamax für dich produzieren müssen?
Es gibt verdammt viele Alternativen. Und dass Batmax von VHS und die wiederum von DVD verdrängt wurde ist keine Sache der Popularität, sondern tatsächlich der Qualität. Ich persönlich mit meinen schlechten Augen seh zwar keinen Unterschied zwischen DVD und Bluray, aber es dauert mit Sicherheit nicht mehr lange, bis wir uns wieder neue Filme kaufen dürfen. Die mp3 wird derzeit von Oggvobis verdrängt, was auch seinen Sinn hat. Wir fahren ja auch nicht mehr mit Kutschen durch die Gegend sondern nutzen Autos, niemand kauft sich ein Laufrad, wenn er ein Mountainbike mit 21 Gänge Nabenschaltung haben kann.
Diese Beispiele, die du da aufgezählt hast haben durchaus ihren Sinn.
Zu QUERTZ und Windows lässt sich nur sagen: Es gibt reichlich Alternativen zu Windows, das Problem ist nur, dass es manchmal unbequemer ist, sie zu nutzen, weil einfach alle anderen Windows nutzen. Dann QUERTZ DVORAK verdrängt hat hat auch den einfachen Grund, dass es sich aus Gründen der einfachheit im Westlichen Sprachraum durchgesetzt hat. QUERTZ wurde für Schreibmaschinen entwickelt, damit man schnell tippen konnte, ohne ständig die Buchstaben vorne wieder außeinander friemeln musste. Das hat einfach mit unserem Sprachverständnis und mit den Worten zu tun, die wir normalerweise benutzen. Deswegen haben die Engländer und Amerikaner, die deutlich mehr Y als Z benutzen eine QUERTY während wir hier in Deutschland eine QUERTZ haben. Die Spanische Tastatur sieht wiederum ein bisschen anders aus. Hast du schonmal eine ABCDE in der Hand gehabt? Fühlt sich ziemlich belämmert an und ist sehr unbequem zu benutzen. Auch Netbook Tastaturen sind insgesamt eher unbequem, weil die Tasten näher beieinander liegen.
Was das Bankensystem angeht sehe ich natürlich auch die offenslichtlichen Probleme, aber was soll sich denn ändern, wenn jeder seine eigene Währung hat? Vielleicht läufts ja durchaus viel besser, wenn wir eine Globale Währung haben? Der Europäischen Wirtschaft hat der Euro nur gut getan, und wer Euro Teuro sagt, der hat nicht richtig aufgepasst. Ich gebe zu, dass Grundnahrungsmittel durchaus teurer geworden sind, aber dafür kann man heut einen Drucker für 49.99 Euro kaufen. Alles hat seinen Preis.
Banken haben ihr gutes und natürlich auch ihre Nachteile. Geld ist ein Abstraktes Medium und das eigentliche Problem an der ganzen Geschichte. Warum gehen wir nicht zurück zum Tauschhandel? Weil Geld sich bewährt hat! Jeder kann alles kaufen, früher musste man einen sehr variablen Marktwert dagegen halten. Arbeit macht Geld macht Ware. Früher machte Arbeit Ware, und wenn du was anderes haben wolltest musstest du über hundert tausend Ecken gehen und hast vielleicht duetlich mehr reingesteckt, als es objektiv wert war.
Schulden haben durchaus ihre wirtschaftliche Rechtfertigung. Schulden müssen nämlich nicht versteuert werden. Warum wir nicht einfach sparen, bis wir die 250 000 Euro für die Wohnung zusammen haben? Weil wir, bis wir 250 000 Euro haben, schon 250 000 Euro Steuern gezahlt haben. Wenn wir uns aber 250 000 Euro leihen, dann müssen wir vielleicht 300 000 Euro zurück zahlen, aber dafür keine Steuern zahlen. Alles hat seinen Sinn und seine Rechtfertigung, es geht nur darum, ob wir sie verstehen und vor allem, ob wir sie nachvollziehen können. Jemand, der sich Geld geliehen hat und damit gescheitert ist, wird ganz anders darüber denken als jemand, der Erfolg hatte. Menschen haben ein sehr subjektives Verständnis von Fair und Unfair, weshalb wir insgesamt nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden.
Wo du gerade über den Wert einer Arbeit geschrieben hast… Gerade durch die Globalisierung hat doch vieles an Wert verloren. Sind unsere Grundnahrungsmittel nur teurer geworden oder sind sie teuer?
Ich war letzten Monat in Russland. Man meint ja, da würde alles billig sein. 1€ pro Liter konventioneller Milch. Wenn ich daran denke, dass wir hier fast die Hälfte zahlen und ein guter Teil unserer Milch auf die Felder geschüttet wird, frage ich mich doch, was eigentlich “teuer” bedeutet.
Ja, ein Drucker kostet 49,99€, aber woher kommt der und unter welchen Bedingungen wurde der hergestellt? In Deutschland ist die Produktion allein schon wegen der hohen Umweltauflagen teurer. Hier müssen die Firmen fachgerecht ihren Müll entsorgen und können den nicht einfach in die Landschaft kippen.
Unsere Firmen gehen also ins Ausland, wo sie die Produkte für einen Bruchteil des Geldes (nicht der Kosten!) herstellen können, um sie hier für den normalen Preis zu verkaufen. Hier warten dann die Arbeitslosen, um das vermeintliche Schnäppchen zu kaufen, das ihnen den Job gekostet hat.
Okay, ich bin kein Experte zu dem Thema und ich weiß nicht wie viel Blödsinn ich jetzt erzähle aber leider habe ich nicht allzuviel Zeit für Recherche, deswegen ist vieles subjektiv.
Stimmt. Aber sie haben auch Schulden bei anderen Ländern. Es gibt ja Zentralbanken, die mehr oder weniger zum Staat gehören und dessen finanziellen Besitz verwalten. Das Problem mit den Schulden bei Ländern ist eben, wie weiter oben schon jemand (ähnlich) erwähnt hat, dass sie auch weiter gegeben werden können. So kann man als kleiner Mann schnell den Überblick verlieren.
Das muss nicht stimmen. Vielleicht können sie das doch? Ich denke es wäre schon möglich mit einer gesunden Wirtschaft einen Staat schuldenfrei zu bekommen. Die Frage ist nur wie und wie schnell. Garantiert nicht innerhalb einer Amtsperiode, weswegen es wohl nie dazu kommen wird, da sich jeder Politiker sofort einschei*t wenn es zu heißen Themen kommt.
Redest du jetzt von bestimmten Banken oder von Banken im allgemeinen? Die ältesten Banken in unseren Breitengraden sind wohl nicht älter als… pfff… 150? (Und ich glaub, das ist noch großzügig). Die Banken als Idee gibt es seit es Geld gibt und das ist, da hast du recht, schon seit Längerem.
Das ist eine sehr interessante Frage. Es erinnert mich auch an eine Diskussion die ich mal vor langer Zeit in der Schule hatte. Es ging um das Thema Kommunismus.
Uns wurde erklärt was es damit auf sich hat und dass es darum geht, dass jeder das gleiche hat, alle gleich sind und jedem alles gehört.
Einer meiner Klassenkameraden fragte “Warum man dann nicht alles Geld zusammen schmeißt und jedem einen gleichen Anteil gibt?” der Lehrer (ich glaub es war ein Lehrer) war begeistert von der Frage und hat sie gleich an uns als Klasse weiter geleitet “Ja, warum nicht?” es dauerte nur einen kurzen Moment und ich meldete mich um die Antwort zu geben: “Weil wir wieder da ankämen wo wir jetzt sind. Wer schlau ist, wird sein Geld anlegen und vermehren, während andere es ausgeben und dann wieder nichts haben. Irgendwann gäbe es wieder arm und reich und dann müsste man von vorne anfangen. Aber warum sollte man denjenigen bestrafen, der vorausschauend gehandelt hat?”
(Und seit damals ist mir klar, dass Homer Simpson die Wahrheit sagte als er meinte “Theoretisch funktioniert auch der Kommunismus! Theoretisch!”)
Jetzt ist das natürlich eine wahnsinnig einfache Sicht der Dinge, denn wir reden hier jetzt nicht von einem kleinen menschlichen Anleger sondern von den großen, bösen Banken.
Aber auch die Banken haben mal klein angefangen. Leider erinnern sie sich nicht mehr daran. Die Institution der Banken ist ein notwendiges Übel, bis der Mensch etwas besseres findet.
Aber stellen wir uns jetzt mal vor, dass es tatsächlich nicht so wäre wie Kageko es sagte, dass die Gelder nicht digital auf irgendwelchen Konten lägen sondern gesammelt in einem gigantischen Geldspeicher irgendwo… in einer Wüste. Die Staaten sind alle pleite, denn das gesamte Geld gehört der Bank.
Warum nicht einfach angreifen?
Abgesehen davon, dass Geld dann nichts mehr wert wäre weil es nicht mehr im Umlauf ist hätte man wohl keine Mittel um die Bank anzugreifen, der ja alles gehört.
Man könnte natürlich versuchen mit 6 Milliarden Menschen gegen einige bezahlte Armeen zu kämpfen aber ich würde trotz der Menge mein Geld (dass ich ja nicht mehr besitze) nicht auf die Menschen mit den Stöcken setzen.
Tatsache ist aber, dass es unnötig wäre. Denn ohne Geld im Umlauf ist Geld nichts mehr wert. Die Bezahlung fände wieder mit Naturalien, Produkten und durch Arbeit statt. Damit hätten sich die Banken selbst ins Knie geschossen. Gleichzeitig hätte aber auch der Großteil der Bevölkerung nichts mehr zu lachen (Es sei denn ein Philosoph arbeitet wieder für ein Appel und ein Ei, wenn der Zuhörer denn großzügig ist).
Die Lösung dieser Problematik ist bestimmt nicht von Heute auf Morgen zu finden und um überhaupt weiter zu kommen müsste man wohl wo ganz anders, im Bewusstsein der Menschen, mit der Problemlösung beginnen.
Ich finde es übrigens interessant, dass du zwar sagst, dass du Pazifist bist aber gewillt wärst einen Krieg wegen Geld zu beginnen, der dadurch gipfeln soll, dass du anderen ihren Besitz weg nimmst. Ich bin zwar nicht dafür, Konflikte mit Gewalt zu lösen aber ich würde nie von mir behaupten Pazifistin zu sein.
So, entschuldigt das geplapper. Ich hoffe ich bin jetzt nicht total am Thema vorbei geschossen oder habe puren Bullsh*t erzählt XD;
Nimmt es mir bitte nicht übel, aber wenn jemand einen Anschlag auf die Banken plant, werden seeeeehr viele Leute was dagegen haben. Hängt vl davon ab, welche du jetzt ins Visier nimmst, aber letzten Endes ist es eben zum Teil auch UNSER Geld, was da liegt und wir wollen auch nicht, dass jemand sich daran vergreift, weil das Geld allgemein unschön verteilt ist. Man ARBEITET meist hart für sein Erspartes (ich nehme niemanden in Schutz aber Banken mehren ihr Geld ja auch durch kalkulierte Geschäfte) und es ist echt ein mieses Gefühl, wenn sich irgendwelche Männer in Anzügen in Elfenbeintürmen einbilden, sie könnten ja ach mir nix dir nix mit dem Geld fremder Leute rumspielen… Hier beziehe ich mich nicht auf den 1. Post sondern auf die schon etwas zurückliegenden Skandale.
So. Die Banken sind also das Problem? Das Geld? Ich würde persönlich mal behaupten, dass jahrelange Korruption uns jetzt eingeholt haben (sieht man ja an Griechenland). Wenn jahrelang Leute in ihre eigene Tasche investieren und gerade diese Leute Politiker und an der Macht sind, ja da hat man in der Tat ein Problem. Nun wo wir die Eurokrise am Hals haben gibts nur noch 2 Gruppen: eine, die versucht alles wieder in Ordnung zu bringen und eine die versucht, sich den größtmöglichen Gewinn daraus zu machen.
Ich persönlich misstraue ja den Politikern. Wenn es um Wahlen geht, versprechen sie viel und am Ende halten sie ja doch kaum die Hälfte.
Das Problem mit dem Geld interpretiere ich einfach mal so, dass die Welt heutzutage sich so schnell um den Mammon dreht, dass der Mensch nicht mehr mitkommt. Zumindest die Mehrheit von uns. Einzelne Aktionen können weitreichende Folgen haben, die schwer abzuschätzen sind. Sparen z.B. ist auch keine Antwort auf die Schuldenfrage, dann ohne Konsum kann die Wirtschaft nicht florieren und man bleibt auf den Schulden sitzen. Jetzt kommt wohl die gefürchtete Rezession nach der Boom…