Das Thema finde ich super interessant, da mag ich auch direkt mal meinen Senf dazu geben.
Als ich noch jünger war, hab ich gesagt, ich würde nie Alkohol trinken wollen (so wie ich nie auf ein Konzert wollte, haha), war ja auch eklig. Über die Auswirkungen vom Trinken wusste ich da nicht mal wirklich, hab als kleines Kind auch nicht gemerkt wenn meine Eltern angeheitert waren. Es war bei mir ohnehin nie Thema, denn mein Vater hat mir ein Auto versprochen, wenn ich nicht trinke und rauche bis ich 18 bin. War überhaupt kein Problem, da ich keinerlei Berührungspunkte mit Alkohol hatte. In dem Alter, wo Erzählungen anderer nach viele anfangen zu trinken, hatte ich im Real Life keine Freunde, und in der Schule hing ich bei der Gruppe Streber ab, die eh nicht tranken. Feiern war ich nie, da ich sozial komplett zurückgezogen war.
Das erste Mal betrunken war ich dann mit 18. Ich hatte endlich angefangen, meine Depressionen und sozialen Ängste zu bekämpfen, da nahm mich eine Freundin mit in die Kneipe (meine beste Sandkastenfreundin, der Kontakt brach aber ab, als der Kontakt zwischen unsern Eltern abbrach. Im Kunst-LK trafen wir uns wieder. Sie selber trinkt gar nicht, da sie im Mutterleib bereits genug hatte). Ich holte mir ein Bier zur Lockerung (das ich nur mit Salzbrezeln runterbekam, haha), und wir trafen Freunde von ihr. Durch die, oder genauer gesagt durch einen bestimmten, hatte ich nachher fünf Bier intus und konnte nicht mehr gerade laufen. Und diese Nacht brachte eine 180°-Wende in meinem Leben. Ich hab auf einmal erkannt, dass Menschen ja doch voll lustig und unterhaltsam sind, und dass das Leben Spaß macht und lebenswert ist. Ich wusste auf einmal, dass ich Kunst studieren möchte (war kurz vorm Abi und ich hatte noch keinen Plan, was ich danach machen will) und hab daraufhin in echt kurzer Zeit meine Bewerbungsmappe erstellt.
Der eine erwähnte Typ, der so’n bisschen der Gruppenführer war, lud mich daraufhin öfter ein und lernte eine ganz neue Seite des Lebens und von mir kennen, die schon immer irgendwo in mir steckte, aber nie raus konnte. Der Kampf gegen die Depressionen wurde von da an auch viel leichter, inzwischen hab ich damit nahezu keine Probleme mehr.
Bin darüber halbes Jahr später auch zu Leuten gekommen, die auch Metal hören, wodurch ich meinen Ex- und jetzt besten Freund kennengelernt hab.
Ich mache mit beiden Gruppen immer mal was, wenn mir nach Trinken ist. Wenn ich nicht trinken will, bleib ich meistens zuhause. Aber wenn ich mit denen was mache und nix trinken will, werd ich auch nicht blöd angemacht. Ich werd zwar hundert mal gefragt, ob ich nicht doch trinken will, was manchmal auch nervig sein kann, aber es kommen keine blöden Sprüche xD Das sind allerdings auch sehr spezielle Leute. Bei denen wird meistens richtig viel gesoffen, weshalb das für mich Standard geworden ist. Die vertragen aber auch mächtig viel ohne abzustürzen.
Ich selber vertrage meistens nicht ganz so viel (gibt aber auch Tage, wo ich mir nachher denke, holy, wie hab ich das alles reingekriegt ohne zu kotzen?) und hatte auch diverse Abstürze. Anders als meine Saufkollegen kann ich auch nicht weitertrinken, wenn ich gekotzt hab. Dann ist Ende bei mir und es geht mir elend. Da ich letztes Jahr meine Grenze zu oft verpasst habe, hab ich mir vorgenommen, dieses Jahr nicht von Alkohol zu kotzen. Ist mir fast gelungen, nur zwei mal hab ich’s vergeigt. Dafür häufen sich dieses Jahr aber die Filmrisse, was ich sehr kritisch betrachte, weshalb ich inzwischen seltener trinke. Ich hoffe, mit 25 keinen Alkohol mehr zu benötigen, um das Sozialverhalten an den Tag zu legen, das ich mir wünsche. Der Gedanke, an die Hirnzellen, die ich jedes Mal unwiederbringlich zerstöre, gefällt mir nämlich nicht. Bin aber auf einem guten Weg, ich werde sozial immer fähiger. Dann würde ich nur noch zu Events wie zB Silvester trinken. Ich hab mich unter Alkoholeinfluss auch relativ gut unter Kontrolle (ich bin auch die, der man sein Handy gibt, wenn mans nicht verlieren will oder so xD), und mag generell die Wirkung, die er auf mich hat.
Sowas wie Feierabendbier gibts aber für mich nicht. Im Alltag trinke ich gar nicht und kann auch null nachvollziehen, dass manche das machen. Für mich gibts nur ganz oder gar nicht, wenn ich trinke, dann meistens richtig. Außer bei Events die mir wichtig sind (Kirmes und Festival), da trinke ich eher gemäßigt, damit ich alles mitbekomme und am nächsten Tag noch fit bin. Die andern sind da immer richtig hacke :x Auf Konzerten trinke ich gar nicht, da gehts für mich nur um die Musik. Zu Konzerten fahr ich ohnehin meist allein mit dem Auto^^
Ich trinke inzwischen auch fast kein Bier mehr, denn das schmeckt mir nicht. Anfangs dachte ich, naja, ich müsse irgendwie Bier trinken, weil ich Metalhead bin, aber dann hab ich Met kennengelernt, haha. Mein Favorit ist mittlerweile aber Apfelwein. Der schmeckt und ist nicht so klebrig süß und gezuckert wie die ganzen Liköre. Tee mit Schnaps ist auch gut, wenns darum geht, sich effizient und kalorienarm zu betrinken :x Softdrinks mag ich gar nicht, am schlimmsten ist Cola, ich trinke meinen Rum dann lieber pur. Mit Fruchtsäften misch ich aber gerne.
Sehe das gesellschaftliche Verhältnis zu Alkohol aber inzwischen echt kritisch (genau wie Fleisch und Zucker, was von vielen überhaupt nicht hinterfragt wird). Es ist erschreckend, dass es so selbstverständlich zu sein scheint. Noch erschreckender aber, was ihr hier teilweise erzählt, dass man so richtig ausgeschlossen wird, wenn man nicht trinkt o.O Dass es mehr akzeptiert ist, zu trinken, als nicht zu trinken, ist angesichts der eindeutigen Gesundheitsaspekte doch echt dumm.
Hier noch ein amüsantes Video zum Thema, das mich meinen Alkoholkonsum zuletzt noch mal mehr hinterfragen ließ: https://www.youtube.com/watch?v=Zw8ZUbnzSNM&list=FLkPnf2U4DWgD3w5wwOXD0WA&index=2&t=0s