Sodale. Bei der letzten J-Stuff Bestellung hab ich mal eine Packung Chameleons in den Korb geworfen und so schauts aus:
https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/hphotos-xfa1/v/t1.0-9/s720x720/11391303_889070877805413_5143443088534884757_n.jpg?oh=e4432fb637d1aa546ae8f225e2a0f5af&oe=55F9B0F7
Erster Eindruck: Boah, die sind riesig, die Stifte o__O Quasi eine Copiclänge + eine halbe dazu für den Blender. Hätt man sich denken können, aber ich habs vorher nicht erwartet :D
Vorteil: Menge ist also wie normale Marker und man verliert den Stift nicht so schnell aus den Augen. Liegt gut in der Hand und ist mMn sehr stabil (vielleicht sogar stabiler als Ciaos von denen mir schon einer mal beim Versand angeknackst wurde)
Nachteil: Je nachdem wie man üblicherweise seine Marker aufbewahrt, kann es etwas knifflig werden (z.B. in eine Box würden sie von der Länge her eben recht viel Platz brauchen)
Die Verpackung ist qualitativ völlig ok. Die Stifte sind mit Tesa aneinander befestigt, so dass sie Anfangs auch schön mit der Schrift nach oben schauen. Als Extra gibts auch gleich ein paar Spitzen gratis.
J-Stuff (oder der Hersteller) haben auch noch eine sehr ausführliche Bedienungsanleitung beigelegt, wo auch alle Farben vermerkt sind. Die Anleitung gibts übrigens auch in Englisch in der Verpackung (oder falls man sich die Stifte einzeln kauft, kann man sich wohl auch das Zeug online irgwo runterladen).
So nebenbei: Ich frag mich, warum die schon auf der Packung betonen, dass es japanische Marker Spitzen sind? XDDD Kaufen die Leute es dann eher, wenn sie an Mangas und Copics denken, oder sind die japanischen Spitzen echt so viel besser als europäische oder amerikanische?
Farbtest:
Das ist jetzt mein Notizbuch wo ich immer meinen Bestand katalogisiere (Daler Rowney Sketchbook, 140g/m).
Die Farbtöne find ich schon mal recht schön. Bei Copic kams schon mal vor, dass ich ne Weile rumprobieren musste, bis ich den gewünschten Ton hinbekam (tja… pro Farbreihe dutzende Töne - da sucht man eben). Hier würde ich mal sagen, dass es recht simpel gehalten ist und allein schon bei diesen 5 Tönen kann ich schon sehen, dass es Farben sind, die zu meinen Bedürfnissen passen.
Der Blender-Effekt ist wie erwartet. Je länger man den Blenderteil dranhält, desto heller. Es wird schon in der Anleitung immer wieder betont, dass man auf einem Blatt jedes Mal vorher testen soll, ob man die richtige Helligkeit hat. Die Übergänge find ich relativ sauber und schön, was aber von der persönlichen Fingerspitzenfertigkeit abhängen kann. Also ich hab teilweise schon mehrmals länger und auch mal schneller malen müssen, je nachdem wie schnell die Farbe nachfloss. Man sieht z.B. beim mittleren Dunkelblau, dass ich in der Mitte etwas nicht aufgepasst hab und schon war es zu dunkel XD
Also ich find die Abstufungen der Farben schon ganz praktisch. Das Ranhalten vom Blenderteil dauert mMn auch nicht soooo lange. In dem Beispiel hab ich es oft nur 10 Sec rangehalten und es war hell genug. Länger bringt ja nix, wenn es schon blass wie nix ist XD Zwischendurch kann man auch schnell nochmal den Blender ranhalten, wenn man merkt, dass man doch etwas länger im hellen Ton bleiben will, der Stift aber wieder dunkler wird.
Vom Zeitfaktor her find ich es akzeptabel. In der Zeit wo ich den Blender hinhalte um einen bestimmten Farbton zu erhalten, würde ich bei Copics auch die Zeit brauchen um einen kompatiblen Farbton zu suchen! Klar, wer schön ordentliche Farbtabellen hat, findet vl. beim ersten Griff schon den richtigen Stift, aber ich muss da oft noch rumprobieren ob es zu den bisherigen Farben im Bild passt…
Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass es man viel Blender aufs Blatt bekommt, wenn man ewig helle Farben hinmalt. Das Papier muss dafür einiges aushalten und in meinem Notizbuch hats mir beim Hellblau sogar die Seite darunter fast durchgeblutet (aber ok, das Skizzenbuch hält auch nicht sooo viel mehr als Druckerpapier aus).
Schnelle Kritzelei als Praxisbeispiel:
Man entschuldige bitte die miese Skizze, heute hab ich eine etwas krakelige Hand :P Es hilft auch nicht, dass die Krackelei so 3-4cm groß ist, so dass man jede mögliche Unebenheit so was von ins Gesicht geschlagen bekommt sob
Wie schon gesagt, liegt der Stift gut in der Hand. Es sind zwei Spitzen, aber… mMn ist das Malverhalten in etwa gleich. Ist ja nicht so als ob es eine breite Spitze wäre… Die Brush Spitze ist vl. eher für wenn man größere Flächen ins Visier nimmt, aber es ist jetzt kein so großer Unterschied wie z.B. bei den Copics der dünne und der Pinsel. Ich würde es vl. mit den Letraset vergleichen, wo beide Spitzen auch so ähnliche Dicken haben.
Die Farbabstufungen sind so wie ich es in etwa wollte und wie es eben mit so wenig Farben möglich ist. Beim Arm links sieht man jedoch schon, dass es je nach Menge bluten kann. Auf der Seite hatte ich Anfangs zu schnell dunkel und hab daher nochmal gedippt und helle Farbe nachgeliefert, aber dadurch wurde es eben etwas viel und ist nach rechts nachgeflossen. Bei den Haaren hab ich die Lektion dann gelernt und eben zwischendurch nachgedippt, wenn ich merkte, dass die Farbe zu dunkel wurde (im Vergleich zu dem Verlauf im Skizzenbuch oben sieht man also, dass etwas Übung den Unterschied zwischen einem sanften und einem abrupten Verlauf ausmacht).
Mischbar sind die Farben auch (siehe den Hauptteil vom Top, was aus Hellblau und Türkis ist). Ich glaub die Farbkombis sind auch ganz gut dafür.
Außerdem ist es eben Blender - von daher kann man dunkle Farben auch leicht vor sich hinschieben, wenn man mit dem hellen, frisch beblenderten Ende drübergeht. Dabei natürlich immer das Bluten und das Papier im Auge haben.
Wer damit größere Flächen machen will (relativ gesehen - ich rede hier nicht von A4 großen Flächen, sondern eher davon dass man einer Figur vl. keine Augenbrauen, sondern vl. eher ein T-Shirt koloriert), wird damit weniger Probleme haben. Feinere Sachen, wie die Haare oder Augen gehen mit beim dunkleren Malen besser. Auf jeden Fall ist es schwer bei kleinen Details Kontrast zu halten (siehe Rüschen am Ärmel).
Ich habe auch schon eine größere Fläche ausprobiert. Da geht es allemal besser und es ist auch kein Problem einheitlich die Farbe zu erreichen, die man möchte. Also wer z.B. einen ganzen Himmel kolorieren will, wird damit gut klarkommen.
Allgemein würde ich mal sagen, alles was Farbverläufe braucht - da sind Chameleons ok. Alles was klare Farbunterschiede braucht - da greift besser zu einzelnen Markern. Ist mir eigentlich vom Prinzip her ja schon offensichtlich, aber ich wollte es mal erwähnen.
Da Alkholmarker überhaupt untereinander kombinierbar sind (glaub ich? ^^) und ohnehin in der Anleitung bestätigt wird, dass man mischen kann, hab ich mal bei der Hautfarbe einen meiner Copics genommen (E41).
Ok, also erst war ich besorgt, ob man überhaupt reinkommt an den Blender, aber nach Versuchen von Ciao über Sketch bis hin zum Copic Marker besteht diesbezüglich gar kein Problem. Der Stift mag (außer beim Ciao) zu groß zum reinstecken wirken, aber bei allen ist der Kopf mit Spitze lang genug, dass man trotzdem bis zur Blenderspitze kommt und es gut anlehnen kann.
Man sollte bloß darauf achten, dass man stabil Spitze an Spitze hält und nicht etwa das untere Ende vollblendert, den oberen Teil jedoch nicht oder so. Bei den Chameleons ist der Abstand exakt angepasst, alles andere hält man per Hand und pi mal Daumen dran.
Mir ist dabei auch aufgefallen, dass die Farben beim Chameleons etwas… langsamer zu fließen scheinen als beim Copic. Oder eher gesagt: Beim Copic fließt die Farbe viel viel schneller nach. Beim Chameleon scheint es eher nachzufließen, wenn man zeichnet.
Ich habs mal kurz probiert, ein Ende recht hell zu dippen. Dann hab ichs ca. ne halbe bis ganze Minute liegen lassen und danach war die Spitze immer noch hell. Es ist zwar was nachgeflossen, aber bei Weitem nicht wie beim Copic. Beim Copic fließt es sofort nach (wenn nicht kann es vl. sein, dass der Copic schon etwas schwächelt?) und man muss sich entsprechend sputen beim Kolorieren.
Wie man sieht, lässt sich auch mit Copics ein Verlauf darstellen, wo man jedoch ca. 2mal soviel dippen muss wie bei den Chameleons um die gleiche Kontrolle zu behalten ^^
(die Mischbarkeit zwischen Chame und Copic hab ich noch nicht probiert, aber da dürfte es keine Probleme geben)
Ich finde es interessant, dass der Blender beim Chame so schnell nachfließt, die Farbe aber langsamer… Ob es wohl an der Tinte liegt oder am Blender? Oder am Aufbau vom Stift?
(Chame und Copic riechen in etwa ähnlich, aber iwie kommt mir der Chame Blender weniger beißend vor wie der vom Copic… vl. liegt es aber auch nur daran, dass meine Nase stiftbedingt 2cm Abstand hat XD)
Da fällt mir auch auf, dass beim Hautton mit Copic die Lines vom Mund verschmiert sind, bei den Chames aber nirgendwo was schmiert. Kann Zufall sein, oder… Hm ^^
Fazit: Das Malverhalten ist wie erwartet (die Länge vom Stift eher weniger XD). Ich persönlich find die Stifte gut, was Farbverläufe angeht und die Farben sind auch schön und gut kombinierbar. Kontrollieren kann ich den Verlauf ganz gut - ich bekomme den Farbton den ich will, allerdings braucht man ein sehr gutes Papier, wenn man sich langsam an die Farbe rantasten will, da es arg blutet. Das ist bei kleinen Flächen stark merkbar - da würde ich es empfehlen auf einem extra Blatt zu probieren und dann nur die gewünschte Farbe aufs richtige Blatt bringen. Bei großen Flächen ist es weniger problematisch.
Mir persönlich gefallen die Verläufe hier besser als wenn ich sie mit Copics male. Bei Copics suche ich entweder eine Weile oder hab ohnehin nicht die richtige Farbe um einen Verlauf hinzubekommen. Wo der Chame aber dafür wenig punktet, sind klare, dunkle Schatten oder nah beieinanderliegende Flächen desselben Farbtons in verschiedener Helligkeit.
Für Anfänger mit wenig Markern, ist das in der Tat praktisch, weil man mit wenig Stiften viele Farbtöne erreichen kann. Ob es für Profis mit breiter Palette die Copics ablösen kann? Eher kaum. Wer nicht gerade akuten Platzmangel hat, kann da getrost seine Stifte behalten und die Chames vl. zur Grundierung und die Copics dann zum Schattieren nutzen.
Preislich ist es schon leicht billiger, als wenn man mind. 3 Copics kaufen muss und dieselbe Abstufung wie mit einem Chame zu erreichen.
(Und es schaut bei weitem besser aus, als wenn jemand sich zum Anfang eine dieser gräßlichen Faber Castell Marker kauft…)
Gut, beim Papier muss man dafür vl. etwas draufzahlen, aber wenn ich so überlege… Würde ich bei den Copics genau diesen Verlauf haben wollen (also von hell nach dunkel) müsste ich auch fast ebenso viel blendern wie mit Chames. Copics sind zwar papierschonender, aber es ist nicht so als ob man bei denen auf billiges Papier schmieren könnte. Und vom Zeitaufwand her find ich das Kolorieren noch ok.
Klar, mit Copics kann man dieselben Effekte und so hinbekommen, aber vor allem bei Anfängern lohnt sich die Investition mMn, da man doch recht viel mehr mit wenig Stiften erreichen kann.
(Außerdem… bei Copics verfärbt sich der Blender nach einer Weile extrem. Sogar wenn ich nur direkt auf Papier mit meinem Blender zeichne. Man kann also kaum eine Blenderspitze an einen Marker halten und hoffen, dass der Blender sauber davonkommt. Bei Chames ist das kein Ding.)
Also sind die Stifte ganz gut zu gebrauchen, aber kein Muss für eingefleischte Copicnutzer. Ganz nette Alternative und besonders für Anfänger vl. billiger als Copics.
(das sind Sachen, die mir jetzt spontan eingefallen sind ^^ wenn ihr was genauer wissen wollt, fragt einfach oder macht mich auch ruhig darauf aufmerksam, wenn ich iwo falsch liege)