Hey ihr Lieben! c:
Ich würde mir gerne einen Traum erfüllen, ich wünsche mir jetzt 9 Jahre schon den Holzkoffer (120) von Faber Castell. Leider bin ich mir ziemlich unsicher, ob ich Polychromos möchte oder Aquarell… Ein Aquarell Set mit ca. 24 Stiften von Faber Castell besitze ich bereits. Es macht mir viel Spaß. Allerdings wollte ich gerne auch mal mit Buntstifte arbeiten. Jetzt habe ich gelesen, dass die Technik mit Polychromos gar nicht Soo einfach ist… Und auch gewisse Chemie (Flüssigkeiten) angewandt werden müsse, damit der kräftige Effekt von den Farben erst zum Einsatz kommt… Mit was arbeitet ihr lieber? c: ich kann mich nicht entscheiden… Eigentlich wollte ich Polychromos, aber dadurch, dass es so kompliziert ist, macht es mich etwas stutzig…
Oha, oha - das sind schon ganz schön unterschiedliche Medien!
Was Polychromos angeht: man braucht keine Flüssigkeiten dafür. Man kann Polychromos z.B. mit Terpentinersatz vermalen (es gibt da recht ungefährliches Zeug, das aus Orangenschalen gemacht wird), man muss aber nicht, und die meisten Künstler, die mit Buntstiften arbeiten, verzichten darauf. Es gibt zum Beispiel auch Blender in Stiftform - alles kein Problem.
Die Albrecht Dürer sind halt Aquarellbuntstifte. Sehr anderes Medium, mit Wasser vermalbar…
Aber mal so generell gefragt: verstehe ich das richtig, dass du noch nie mit Buntstiften gearbeitet hast, und dir trotzdem gleich einen 120-er Koffer zulegen willst? Das ist schon eine krasse Investition - und ich denke, ich würde dir anraten, erst mal eine kleinere Anzahl von Stiften zu bestellen, damit du beurteilen kannst, ob dir das Medium überhaupt gefällt… Klar, so ein Riesenkoffer sieht hübsch aus - aber erstens braucht man den in der Praxis eher nicht (Buntstifte lassen sich durchs Übereinanderlegen mehrerer Schichten gut “mischen”) und zweitens ist das etwas, das man sich nur zulegt, wenn man bereits genau weiß, dass man die Dinger mag. (Oder man ist Millionär und es macht einem nichts aus, Geld in den Sand zu setzen…)
Hinzu kommt auch, dass bei Buntstiften dann eher die Überlegung auch da ist zwischen Polys und Prismacolors.
Was willst du im Endeffekt damit machen? Wenn du erstmal üben willst, empfehle ich dir auch ein 24 und 36 Kasten. Denn um mal ehrlich zu sein,… der große Kasten besteht zu 25% nur aus Rot und Gelbtönen, die man selten alle brauch, da die sich auch seeehr ähnlich teilweise sind. Ich hab mit dem 36er angefangen und mir dann paar Farben nachgekauft die ich für meine zwecke noch brauchte.
Vorteil bei den Prismacolor ist, dass sie im Vergleich zu den Polychromos wesentlich weicher sind und auf viel deckender auf dunklen Hintergründen. Wie Eller auch schon sagte: man kann die Farben super miteinander verblenden. Ich hab schon alle möglichen Verblender ausprobiert, aber ich benutze nur noch den Lyra-Splender Stift. Alles Flüssige war irgendwie doof und im endeffekt benutz ich auch den Splender nur gaanz selten.
Wenn du mehr im Aquarell dich wohler fühlst, dann bleib bei Aquarellstiften udn auch da: man mischt und verblendet sowieso, da brauch es keinen riesen Kasten.
Hier mal zwei Beispiele:
Eines von Polychromos auf weißen Karton:
Und hier eines mit Prismacolors auf Kraftpapier:
Ich arbeite zwar nur sehr, sehr selten mit Buntstiften, wollte aber auch gern mal meinen Senf dazu geben:
Ich brauchte für die BFSG neue Buntstifte und hab mir deshalb in meinem Eifer ein 36 Etui Polychromos gekauft, von dem ich am Ende eigentlich nur 18 oder so wirklich regulär genutzt habe/nutze?
Und als ich mit Aquarell angefangen habe war irgendwer in der Familie so nett und hat mir ein 76 Set Koh-i-noor Mondeluz Aquarellbuntis geschenkt, von denen ich zum einen genauso nur eine Handvoll Farben verwende (da ich ehrlich gesagt zumindest bei Buntstiften einfach keine gefühlten 12 Rottöne brauche die sich nur um Halbtöne unterscheiden) und die zum anderen jetzt allgemein auch genau so viel Verwendung finden wie die Polychromos, da für mich irgendwie der einzige Unterschied zwischen beiden Bunstiftarten ist das man die einen dann mit Wasser vermalen kann?
Aber wie gesagt, ich arbeite nur selten mit Bunstiften, deshalb würde ich mehr auf @Eller ‘s und @elessar’ s bessere Kenntnisse vertrauen ^^°
Ich besitze die 120 Farben(im Metallböxchen, nicht Holzkoffer) und ja… die Farbauswahl ist, wenn man ehrlich ist und nicht gerade superprofessionell unterwegs ist, rausgeschmissenes Geld/Geldmacherrei von Faber. :’)
Viele Töne sind so ähnlich, dass man die durch minimalaufwand mischen kann. Bereue den Kauf etwas.
Zudem, wenn du neuer bei Buntstiften bist, wäre Prismacolors ausprobieren echt eine Überlegung wert. Kenn viele Leute, die deren Handhabung über Polychromos bevorzugen.
Aquarellbuntstifte sind etwas komplett anderes.
Mag ich persönlich lieber, aber das liegt eben am Zeichenstil.
Wenn du noch nicht sonderlich Ahnung hast, in welche Richtung du gehen willst wäre kleine Packungen kaufen/von Freunden/Zeichentreffen ausprobieren, vielleicht der bessere Anlauf.
Bin ich froh, ich denk seit Jahren, dass ich rotblind bin und die vielen nutzlosen Rottöne einfach nicht unterscheiden kann, alle anderen aber schon. Wie wir hier sehen… nein, wir sind alle rotblind.
Man kann die Polys ja auch einzeln kaufen. SOOO viele Rots wie dabei sind, lohnt es sich am Ende wahrscheinlich sehr mit einzeln aussuchen. Gerade auch bei den vielen nutzlosen “krankenhausgrün” Tönen kann man viele Farben sparen. Und man kann sich rantasten. Immer mal wieder ne Hand voll Stifte dazu, wenn man beim Malen doch Lücken entdeckt.
Den Einwand mit Prisma find ich auch gut.
Hm, wenn du noch gar nicht mit Polychromos gearbeitet hast, würde ich dir auch erstmal das normale 12er Set empfehlen, oder du kaufst dir 5 - 6 Einzelstifte in den Farben, die dir besonders gefallen. Alternativ finde ich die Polycolor von Koh-I-Noor auch nicht schlecht (hab ein 12er Brauntöne-Set).
Oder du nimmst gleich die angesprochenen Mondeluz. Aquarellstifte haben meinem persönlichen Gefühl nach etwas mehr Abrieb, lassen sich aber auch problemlos wie sonstige Farbstifte verwenden.
Ich besitze viele unterschiedliche Buntstifte und male vor Allem in letzter Zeit sehr viel mit Polychromos, Koh-i-Noor Mondeluz (weicher als Albrecht Dürer), Prismacolor, Derwent Procolour(hart)/Drawing(die weichesten Buntis, die ich kenne) und noch andere Marken…
Siehe Foto im Post:
Aber trotz der Anzahl würde ich stets einem Buntstifte-Neuling empfehlen ca. 24/36 Farben als Packung zu nehmen oder aber sofort die Strifte nach Bedarf auszusuchen und den Graubereich durchzustöbern. Bei mir werden Grüntöne und Brauntöne schnell knapp, das hab ich bei Instagram neulich dokumentiert als ich bei einer 7-tägigen Challenge mitgemacht habe.
Unter den Künstlern, die ich beobachte stehen Polychromos und Prismacolor gleich weit oben, wobei es teils zwei Lager sind. Die einen mögen Prismacolor, andere verfluchen diese. Man muss sich auf jeden Fall mit jeder Firma bzw. der Buntstiftenart auseinander setzen. Testen/Ausprobieren
Aquarellbuntis sind ein ganz anderer Medium.
Koh-i-Noor Mondeluz vs. Albrecht Dürer ist auch so eine Sache, sie sind verschieden hart und die Vermalfähigkeit und damit sind die Möglichkeiten sehr unterschiedlich. Derwent Aquarellstifte vermalen sich nochmal ganz anders.
Grundsätzlich find ich aber gut, dass man die Albrecht Dürer kaufen kann, wenn Polychromos gerad ausverkauft sind. Aber: Albrecht Dürer sind auf jeden Fall kratziger als Polychromos, wenn man sie wie normale Bruntstifte benutzt.
Also ich kann aus eigener Erfahrung sagen so ein riesen Kasten lohnt sich nicht wirklich.
Ich habe vor Jahren von meiner Familie einen 120er kasten Aquarellbuntstifte geschenkt bekommen. Ich habe aktiv vielleicht 20 'Farben genutzt mit war das dann iwann auch zu anstrengend die Stifte immer wieder mit Wasser zu vermalen und habe dann auf die “richtigen” Aquarellfarben zurück gegriffen und besitze nun einen Farbkasten von windsor & Newton wenn ich damit arbeiten mag.
Ansonsten bin ich ein Fan der Polychromos diese lassen sich toll zum schattieren und colorieren nutzen aber auch hier reicht eigentlich für den Anfang ein kleines Set um sich damit vertraut zu machen.
Ich hab einige Polychromos geschenkt bekommen (Einzelstifte) und weiß grad gar nicht genau wie viele (40?) Und würde da auch sagen: das reicht.
Sinnvoll fände ich ebenfalls, dir Farben nach Bedarf zu kaufen, dh die Farben von denen du sicher bist, dass du sie im Allgemeinen gern verwendest. Bei 120 werden sicher so viele ungenutzt bleiben, dass es schade darum wäre.
Ich gehöre zu der viele-verschiedene-Polychromos-Fraktion. :) Wie einige schon sagten, lassen sie sich miteinander mischen. Ich bin nach kurzer reiner Buntstiftphase allerdings bei einer Kombination aus Aquarell und Buntstiften gelandet (wäre bei dir vielleicht auch ein Anwendungsbereich?), wobei die Buntstifte für Lines und feine Details zuständig sind. Spätestens dann lohnen sich ein paar mehr Farben. So einen riesigen Koffer auf einen Schlag zu kaufen, macht sicher mega Spaß, aber ich fand es toll, immer wenn ich im Künstlerladen war, ein oder zwei Stifte dazu zu kaufen, die mir ins Auge sprangen oder die ich beim Zeichnen vermisst hatte. Ich habe so 40-50 Polychromos-Farben und bin damit gesättigt.
Ich glaube ich muss mich hier einmal als Fan des großen Polychromos-Koffers outen. Ich nutze den Koffer vorrangig für Portraits und genaue Nacharbeiten in Illustrationen und habe da das Gefühl, dass mir die große Farbauswahl wirklich einiges sehr erleichtert, weil ich immer direkt die richtige Farbe finde (ist auch schon mein zweiter Koffer – der erste war der nächst kleinere). Was Rottöne angeht habe ich da aber tatsächlich auch einen Fimmel und unterscheide da je nach Motiv etwas pingelig zwischen Farbabstufungen.
Anyway. Das Ausarbeiten und auch Portraits kriegt man auf jeden Fall – wie die meisten hier ja auch schon angemerkt haben – auf jeden Fall auch mit einer im voraus getroffenen Auswahl an vielleicht 20-40 Stiften gut hin, da sich die Stifte sowieso auch gut verblenden und mischen lassen. Nachkaufen kann man ja immernoch und es schult auf jeden Fall enorm, wenn man sich auch mit dem Blenden und Mischen von Farben auf verschiedenen Papieren beschäftigen muss. :)
Was ich aber tatsächlich noch wichtiger finde, ist dass man ein Medium vorab ausgiebig testet und dann abwägt ob ein Komplettset sich wirklich lohnt. Wenn es wirklich total der Hit ist, dann kann man die Farben ja immernoch behalten (ich habe auch sehr viele Polychromos doppelt und dreifach, da ich früher kleinere Sets genutzt habe, oder mir manche einfach ziemlich schnell wegschrumpfen), oder sie an jemanden weitergeben, der sich auch grade damit beschäftigt, welches Medium denn wohl das beste für ihn ist. Wenn man blind Material anschafft, dann ärgert man sich nachher auch bei teurem und gutem Material mal. Das ist mir mal mit den Inktense von Derwent passiert, von denen ich das Komplettset geschenkt bekommen habe. Wir haben gar nicht gepasst und dann mussten sie wieder ausziehen.
Im Fall Aquarellstifte oder Polychromos wäre meine Idee ja einmal einige Einpigmentfarben Aquarell (je weniger Pigmente desto besser, wenn man sowieso mischt) als Block anzuschaffen und damit dann zu mischen was das Zeug hält. Das klappt besser als mit Aquarellbuntstiften (mMn.) und dann kann man ggf. Polychromos mit dem Aquarell kombinieren und ist trotzdem günstiger und mit mehr Farbvarianz weggekommen. Vielleicht ist das ja eine Option.

