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Lieblingsgedichte

Wir haben das grade im Spamthread angefangen und dachten, das reicht doch für ein eigenes Forum. Also bitte, her mit euren Lieblingsgedichten!
(Bitte den Autor IMMER mit angeben!!!)

Meins ist evtl etwas düster, aber ich finds grandios stimmungsvoll:

An taube Ohren der Geschlechter

Es war ein Land mit hundert Brunnen.
Nehmt für zwei Wochen Wasser mit.
Der Weg ist leer, der Baum verbrannt.
Die Öde saugt den Atem aus.
Die Stimme wird zu Sand
Und wirbelt hoch und stützt den Himmel
Mit einer Säule, die zerstäubt.

Nach Meilen noch ein toter Fluß.
Die Tage schweifen durch das Röhricht
Und reißen Wolle aus den schwarzen Kerzen.
Und eine Haut aus Grünspan schließt
Das Wasserloch,
Als faule Kupfer dort im Schlamm.

Denk an die Lampe
Im golddurchwirkten Zelt des jungen Afrikanus:
Er ließ ihr Öl nicht länger brennen,
Denn Feuer wütete genug,
Die siebzehn Nächte zu erhellen.

Polybios berichtet von den Tränen,
Die Scipio verbarg im Rauch der Stadt.
Dann schnitt der Pflug
Durch Asche, Bein und Schutt.
Und der es aufschrieb, gab die Klage
An taube Ohren der Geschlechter.

Peter Huchel

Mein absolutes Lieblingsgedicht passend für fast jede Stimmung und auf fast jeden Menschen:

Der Grenzfall

Ein Mensch war eigentlich ganz klug
Und schließlich doch nur klug genug
Um einzusehen schmerzlich klar
Wie dumm er doch im Grunde war.
Unselig zwischen beiden Welten
Wo Weisheit und wo Klugheit gelten
Ließ seine Klugheit er verkümmern
Und zählt nun glücklich zu den Dümmern!

  • Eugen Roth

Leute, denkt bei der Gelegenheit an die wunderschöne STA zu dem Thema :)

Entsprechend habe ich eines meiner liebsten Gedichte auch schon umgesetzt. Es ist nicht schön in dem Sinne, aber intensiv.

Wilfred Owen (1917): Dulce et Decorum est pro Patria Mori

Bent double, like old beggars under sacks,
Knock-kneed, coughing like hags, we cursed through sludge,
Till on the haunting flares we turned our backs
And towards our distant rest began to trudge.
Men marched asleep. Many had lost their boots
But limped on, blood-shod. All went lame; all blind;
Drunk with fatigue; deaf even to the hoots
Of tired, outstripped Five-Nines that dropped behind.

Gas! Gas! Quick, boys!—An ecstasy of fumbling,
Fitting the clumsy helmets just in time;
But someone still was yelling out and stumbling
And flound’ring like a man in fire or lime…
Dim, through the misty panes and thick green light,
As under a green sea, I saw him drowning.

In all my dreams, before my helpless sight,
He plunges at me, guttering, choking, drowning.

If in some smothering dreams you too could pace
Behind the wagon that we flung him in,
And watch the white eyes writhing in his face,
His hanging face, like a devil’s sick of sin;
If you could hear, at every jolt, the blood
Come gargling from the froth-corrupted lungs,
Obscene as cancer, bitter as the cud
Of vile, incurable sores on innocent tongues,—
My friend, you would not tell with such high zest
To children ardent for some desperate glory,
The old Lie: Dulce et decorum est
Pro patria mori.

Das Thema gefällt mir ___ Aber ich hab mehrere… egal, ich fang einfach mal mit dem hier an:

Christian Morgenstern - “verkehrte Welt”

Dunkel war’s der Mond schien helle,
Schnee bedeckt die grüne Flur
als ein Auto blitzeschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossner Hase,
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und der Wagen fuhr im Trabe,
rückwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
grade eine Turmuhr auf.

Ringsumher herrscht tiefes schweigen
und mit fürchterlichem Krach,
spielen in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach.

Und auf einer roten Parkbank,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm ne alte Schrulle,
zählte kaum erst 16 Jahr,
In der Hand ne’ Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.

Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume
und an Nüssen noch genug.

Von der regennassen Straße
wirbelte der Staub empor
und der Junge bei der Hitze
mächtig an den Ohren fror.

Beide Hände in den Taschen
hielt er sich die Augen zu.
Denn er konnte nicht ertragen,
wie nach Veilchen roch die Kuh.

Holder Engel, süßer Bengel,
furchtbar liebes Trampeltier.
Du hast Augen wie Sardellen,
alle Ochsen gleichen Dir.

Und zwei Fische liefen munter,
durch das Blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter
und der graue Tag erschien.

Und das alles dichtet Goethe
Als er in der Morgenröte
Liegend auf dem Nachttopf saß
Und dabei die Zeitung las.

Eigentlich gibts das Gedicht in Endlos vielen Versionen und man kann es keinem Dichter so wirklich zuschreiben. .aber ich find fast alle davon tolll xD

Mein Lieblingsgedicht. Das hatten wir damals in der Projektwoche zum 2. Weltkrieg.

Stimmen aus dem Massengrab

Da liegen wir und gingen längst in Stücken.
Ihr kommt vorbei und denkt: Sie schlafen fest.
Wir aber liegen schlaflos auf den Rücken,
weil uns die Angst um Euch nicht schlafen lässt.

Wir habe n Dreck im Mund. Wir müssen schweigen.
Und möchten schreien, bis das Grab zerbricht!
Und möchten schreiend aus den Gräbern steigen!
Wir haben Dreck im Mund. Ihr hört uns nicht.

Ihr hört nur auf das Plaudern der Pastoren,
wenn sie mit ihrem Chef vertraulich tun.
Ihr lieber Gott hat einen Krieg verloren
Und lässt Euch sagen: Lasst die Toten ruh’n!

Ihr dürft die Angestellten Gottes loben.
Sie sprachen schön am Massengrab von Pflicht.
Wir lagen unten, uns sie standen oben.

Das Leben ist der Güter höchstes nicht. <<

Da liegen wir, den toten Mund voll Dreck.
Und es kam anders, als wir sterbend dachten.
Wir starben. Doch wir starben ohne Zweck.
Ihr lasst Euch morgen, wie wir gestern, schlachten.

Vier Jahre Morde, und dann ein schön Geläute!
Ihr geht vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Vier Jahre Mord, und ein paar Kränze heute!
Verlasst Euch nie auf Gott uns seine Leute!

Verdammt wenn Ihr das je vergesst!

  • Erich Kästner -

@IcyCascade

Das erste gefällt mir (sind das denn zwei verschiedene oder gehört das unter dem Sternchen noch mit dazu?).auch wenn es etwas düsteres an sich hat. Aber wenn man es liest, kann man sich irgendwie richtig gut in die Atmosphäre hineinversetzen.

Mal sehen, was ich an Gedichten so hab:

Folgendes habe ich mal in dem Manwha “Deja-Vu - Jahreszeiten der Liebe” gelesen, und weil es mir so gut gefiel, es dann im Internet gesucht. Im Original ist es auf koreanisch, aber die Sprache beherrsche ich nicht, also einmal eine englische und eine deutsche Version:

Counting the stars at night (Auszug)
Up where the seasons pass,
the sky is filled with autumn.
In this untroubled quietude
I could almost count these autumn-couched stars.

But why I cannot now enumerate
those one or two stars in my breast
is because the dawn is breaking soon,
and I have tomorrow night in store,
and because my youth is not yet done.

Memory for one star,
love for another star,
sorrow for another star,
longing for another star,
poetry for another star,
and oh! mother for another star.

von Yun Dong-ju

Eine Nacht des Sternezählens (auf deutsch eben, auch wenn da irgendwie eine Strophe fehlt)

Der Herbst hat Einzug gehalten am Himmel,
dem Spiegelbild der vorbeiziehenden Jahreszeiten.
Es ist, als könnte ich ohne jede Sorge alle Sterne am Himmel zählen.
Einen Stern für die Erinnerung,
einen Stern für die Liebe,
einen Stern für die Einsamkeit,
einen Stern für die Bewunderung,
einen Stern für ein Gedicht,
und einen Stern für meine Mutter, meine Mutter…
Mutter, ich rufe für jeden Stern ein schönes Wort aus.


Der Kuss im Traume

Es hat ein Kuß mir Leben eingehaucht,
Gestillet meines Busens tiefstes Schmachten,
Komm, Dunkelheit! mich traulich zu umnachten,
Daß neue Wonne meine Lippe saugt.

In Träume war solch Leben eingetaucht,
Drum leb’ ich, ewig Träume zu betrachten,
Kann aller andern Freuden Glanz verachten
Weil nur die Nacht so süßen Balsam haucht.

Der Tag ist karg an liebesüßen Wonnen,
Es schmerzt mich seines Lichtes eitles Prangen
Und mich verzehren seiner Sonne Gluthen.
Drum birg dich Aug’ dem Glanze irrd’scher Sonnen!
Hüll’ dich in Nacht, sie stillet dein Verlangen
Und heilt den Schmerz, wie Lethes kühle Fluthen.

Karoline von Günderrode

Mein Lieblingsgedicht ist etwas kitschig. Aber dennoch gefällts mir, vor allem die Vertonung von Robert Schumann:

Mondnacht (Joseph von Eichendorff)

Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst’.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

@Pereyga: die letzte zeile zeigt, dass es dazugehört. polybios ist ein römischer geschichtsschreiber. damit will der autor vermutlich eine vorausgezogene rückschau andeuten, indem er spekuliert, was über den krieg geschrieben wird in zukunft und was die nachfolgenden menschen davon aufnehmen.

Oh ein echt schönes Thema. :3 Ich liebe Gedichte von Erich Fried und es fällt mir gerade sehr schwer, mich für eines oder zwei zu entscheiden… aber mein liebstes ist wohl:

Meer [von Erich Fried]
Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer
Nur Meer


Fügungen [von Erich Fried]

Es heißt
ein Dichter
ist einer
der Worte
zusammenfügt

Das stimmt nicht

Ein Dichter
ist einer
den Worte
noch halbwegs
zusammenfügen

wenn er Glück hat

Wenn er Unglück hat
reißen die Worte
ihn auseinander


Er ist so wunderbar vielfältig. Hat Gedichte zur Zeit des 2. WK geschrieben, Nachdenkliches und großartige Liebesgedichte. Schleichwerbung macht xD

Ich habe einige Gedichte, die ich sehr gerne mag:

Der Panther von Rilke Der Zauberlehrling von Goethe Der Kabeljau von Heinz Erhardt

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

Das Gedicht ist so herrlich traurig. Ich fühle da richtig mit.

Der Zauberlehrling

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
bist schon lange Knecht gewesen:
nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
oben sei ein Kopf,
eile nun und gehe
mit dem Wassertopf!

Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder,
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
und mit Blitzesschnelle wieder
ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! -
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger
kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Mine! welche Blicke!

O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Willst am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
und das alte Holz behende
mit dem scharfen Beile spalten.

Seht da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
gleich, o Kobold, liegst du nieder;
krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich, brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
stehn in Eile
schon als Knechte
völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

“In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu diesem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.”

Den musste ich in der 5. Klasse auswendig lernen. Die Hälfte kann ich immer noch. Irgendwie bleibt sowas hängen.

Der Kabeljau

Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt ein Kabeljau.
Da kömmt ein Hai von ungefähr,
ich glaub’ von links, ich weiß nicht mehr,
verschluckt den Fisch mit Haut und Haar,
das ist zwar traurig, aber wahr. —
Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt kein Kabeljau.

Erhardt ist einfach nur klasse. Ich habe mich weggeschmissen vor Lachen, als ich seine Gedichte das erste Mal gehört bzw. gelesen habe.

Ich könnte noch mindestens fünf weitere Posten, aber dann wird der Eintrag zu lang.

Ich habe gerade eigentlich nur ein Gedicht, von dem ich sagen kann, dass es ein Lieblingsgedich von mir wäre.
Leider kenne ich keine Angaben, wer das geschrieben hat oder wie der Titel ist. :/
Aber ich finde es supertoll und ich kann jedem Wort nur zustimmen.
Schnulziges Hopes goes schnulzig

Ich möchte dich lieben,
ohne dich einzuengen,
dich wertschätzen,
ohne dich zu bewerten,
dich ernst nehmen,
ohne dich auf etwas festzulegen,
zu dir kommen,
ohne mich dir aufzudrängen,
dich einladen,
ohne Forderungen an dich zu stellen,
dir etwas schenken,
ohne Erwartungen daran zu knüpfen,
von dir Abschied nehmen,
ohne Wesentliches versäumt zu haben,
dir meine Gefühle mitteilen,
ohne dich für sie verantwortlich zu machen,
dich informieren,
ohne dich zu bevormunden,
mich um dich kümmern,
ohne dich verändern zu wollen,
mich an dir freuen,
so wie du bist.

Vielleicht weis jemand von euch ja mehr.

Ganz klar, hab es auch bei der Illustrierte Gedichte-STA genommen gehabt :3

Wolfsspuren
von
Christian Thiele

Dort auf der weiten schneeverwehten Flur
zieht sich sein Tritt
ich nehme auf gedanklich seine Spur
und ziehe mit

Fast unsichtbar er wandelt durch das Land
in Schnee gehüllt
verschwommen an des Horizontes Rand
sein Schattenbild

Das ist sein Lebensplan:
daß niemand sieht wohin er will
und er befreiten Sinns dem Sein entflieht
allein und still

So wird bemerken niemand seinen Weg
der Einsamkeit es heißt,
wenn ganz aus dieser Welt er geht:
Vergessenheit

Auch sehr gerne mag ich noch Der Zauberlehrling, schon von Calyses genannt :3

Außerdem noch diese Ballade:

Die Brück’ am Tay
von
Theodor Fontane

»Wann treffen wir drei wieder zusamm?«
»Um die siebente Stund’, am Brückendamm.«
»Am Mittelpfeiler.«
»Ich lösche die Flamm.«
»Ich mit.«

»Ich komme vom Norden her.«
»Und ich vom Süden.«
»Und ich vom Meer.«

»Hei, das gibt einen Ringelreihn,
Und die Brücke muss in den Grund hinein.«

»Und der Zug, der in die Brücke tritt
Um die siebente Stund’?«
»Ei, der muss mit.«
»Muss mit.«

»Tand, Tand 3)
Ist das Gebilde von Menschenhand.«

Auf der Norderseite, das Brückenhaus –
Alle Fenster sehen nach Süden aus,
Und die Brücknersleut’ ohne Rast und Ruh
Und in Bangen sehen nach Süden zu,
Sehen und warten, ob nicht ein Licht
Übers Wasser hin »Ich komme« spricht,
»Ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug,
Ich, der Edinburger Zug.«

Und der Brückner jetzt: »Ich seh’ einen Schein
Am anderen Ufer. Das muss er sein.
Nun Mutter, weg mit dem bangen Traum,
Unser Johnie kommt und will seinen Baum,
Und was noch am Baume von Lichtern ist,
Zünd’ alles an wie zum heiligen Christ,
Der will heuer zweimal mit uns sein, –
Und in elf Minuten ist er herein.«

Und es war der Zug. Am Süderturm
Keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm,
Und Johnie spricht: »Die Brücke noch!
Aber was tut es, wir zwingen es doch.
Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf,
Die bleiben Sieger in solchem Kampf,
Und wie’s auch rast und ringt und rennt,
Wir kriegen es unter, das Element.«

»Und unser Stolz ist unsre Brück’;
Ich lache, denk ich an früher zurück,
An all den Jammer und all die Not
Mit dem elend alten Schifferboot;
Wie manche liebe Christfestnacht
Hab’ ich im Fährhaus zugebracht,
Und sah unsrer Fenster lichten Schein
Und zählte und konnte nicht drüben sein.«

Auf der Norderseite, das Brückenhaus –
Alle Fenster sehen nach Süden aus,
Und die Brücknersleut’ ohne Rast und Ruh
Und in Bangen sehen nach Süden zu;
Denn wütender wurde der Winde Spiel,
Und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel’,
Erglüht es in niederschießender Pracht
Überm Wasser unten … Und wieder ist Nacht.

»Wann treffen wir drei wieder zusamm?«
»Um Mitternacht, am Bergeskamm.«
»Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm.«

»Ich komme.«
»Ich mit.«
»Ich nenn’ euch die Zahl.«
»Und ich die Namen.«
»Und ich die Qual.«
»Hei!
Wie Splitter brach das Gebälk entzwei.«
»Tand, Tand
Ist das Gebilde von Menschenhand.«

hehe, Lol, hatte “lieblingsgerichte” gelesen xD
Aber Gedichte mag ich natürlich auch sehr gerne!

Fügungen (Erihc Fried)

Es heißt
ein Dichter
ist einer
der Worte
zusammenfügt

Das stimmt nicht

Ein Dichter
ist einer
den Worte
noch halbwegs
zusammenfügen

wenn er Glück hat

Wenn er Unglück hat
reißen die Worte

einfach und vielsagend ^^
ihn auseinander

Ich lese auch sehr gerne Gedichte. Erst letztens habe ich einen Gedichtband von Mascha Kaléko geschenkt bekommen und ich mag ihre Gedichte sehr gerne, auch wenn sie oft ziemlich traurig und pessimistisch sind.
Hier mal eins meiner Favoriten:

**Notizen **
Meine Kindheit weht zu mir herüber.
Fernes Glockengeläut aus dem Nebel.

Dort ist immer November
Sehnsucht, Halsweh und Angst.

Im Keller hausen Gespenster
Der Kinderverzehrer im Dach.

Die Wände der guten Stube
Mit plüschrotem Nein tapeziert

Fernes Glockengeläut durch den Frost
Dunkel und Flüstern und Fliehen
Und atmen daß keiner dich hört

Und immer fremdere Nachbarn
Und andere Dialekte

Die alte Wobinichdennangst
Das feindliche Bett im Nirgendwo
Fremder Seifengeruch auf dem Kissen

So viele Brücken hinter dir verbrannt
Aus ihrer Asche immer wieder die falsche, die neue
Phönix-Heimat. Ich kann ja schreien. Gott sei Dank.

Fragnichtsoviel
Die Fenster zu. Die Rolläden bleiben herunter.
Wer an der Tür läutet, der Postbote kann’s nicht sein.
Kinder werden gesehen nicht gehört
Weinen ist lebensgefährlich

Meine Kindheit ein fernes Geläute
Heimweh und juckende Socken
Geküßt wurde nur auf dem Bahnhof.

Der See war zum Ertrinken da, im Sommer
Im Winter: zum Beinebrechen.
Der Himbeerstrauch rief Verboten.

Wie waren die Großen so groß
Das Tor nur auf Zehen zu öffnen
Draußen sang schmetternd die Magd
Ein Vogel pfiff in der Laube
Der Himmel frischgewaschen und weit
Eine Blausilbermurmel aus Glas
Draußen war Freiheit war Liebe.

Vielleicht

Ich habe auch noch ein sehr schönes gefunden. Von Rainer Maria Rilke:

Wunderliches Wort…

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? -

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt -

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.

Ich habe eins von Erich Kästner, das hat mir meine Schwester mal als Postkarte geschickt XD

Wirds besser? Wirds schlimmer?
Fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich.

Ich mag viele Gedichte, aber spontan würde ich als mein Lieblingsgedicht eigentlich zwei angeben.
Das erste ist von Anette von Droste-Hülshoff:

Der Schloßelf

In monderhellten Weihers Glanz
Liegt brütend wie ein Wasserdrach
Das Schloß mit seinem Zackenkranz,
Mit Zinnenmoos und Schuppendach.
Die alten Eichen stehn von fern,
Respektvoll flüsternd mit den Wellen;
Wie eine graue Garde gern
Sich mag um graue Herrscher stellen.

Am Tore schwenkt, ein Steinkoloß;
Der Bannerherr die Kreuzeshfahn,
Und kurbettierend schnaubt sein Roß
Jahrhunderte schon himmelan;
Und neben ihm, ein Tantalus,
Lechzt seit Jahrhunderten sein Dogge
Gesenkten Halses nach dem Fluß;
im dürren Schlunde Mooses Flocke.

Ob längst die Mitternacht verklang,
Im Schlosse beibt es immer wach;
Streiflichter gleiten rasch entlang
Den Korridor und das Gemach.
Zuweilen durch des Hofes Raum
Ein hüpfendes Laternchen ziehet;
Dann horcht der Wandrer, der am Saum
Des Weihers in den Binsen knieet.

“Ave Maria! Stärke sie!
Und hilf ihr über diese Nacht!”
Ein frommer Bauer ists, der früh
Sich auf die Wallfahrt hat gemacht.
Wohl weiß er, was der Lichterglanz
Mag seiner gnädgen Frau bedeuten; Und eifrig läßt den Rosenkranz Er durch die schwielgen Finger gleiten.

Doch durch sein christliches Gebet
Manch Heidennebel schwankt und raucht;
Ob wirklich, wie die Sage geht,
Der Elf sich in den Weiher taucht,
So oft dem gräflichen Geschlecht
Der erste Sprosse wird geboren?
Der Bauer glaubt es nimmer recht,
Noch minder hätt er es verschworen.

Scheu blickt er auf - die Nacht ist klar
Und gänzlich nicht gespensterhaft,
Gleich drüben auf dem Pappelpaar
Zählt man die Zweige längs dem Schaft;
Doch stille! In dem Eichenrund -
Sind das nicht Tritte? - Kindertritte?
Er hört, wie an dem harten Grund
Sich wiegen, kurz und stramm, die Schritte.

Still! still! es raschelt übern Rain
Wie eine Hinde, die im Tau,
Beherzt gemacht vom Mondenschein,
Vorsichtig äset längs der Au.
Der Bauer stutzt - die Nacht ist licht,
Die Blätter glänzen an dem Hagen,
Und dennoch - dennoch sieht er nicht,
Wen auf ihn zu die Schritte tragen.

Da, langsam knarrend, tut sich auf
Das schwere Heck zur rechten Hand,
Und, wieder langsam knarrend, drauf
Versinkt es in die grüne Wand.
Der Bauer ist ein frommer Christ;
Er schlägt behend des Kreuzes Zeichen:
“Und wenn du auch der Teufel bist,
Du mußt mir auf der Wallfahrt weichen!”

Da, hui! streifts ihn, federweich,
Da, hui! raschelts in dem Grün,
Da, hui! zischt es in den Teich,
Daß bläulich Schilf und Binsen glühn;
Und wie ein knisterndes Geschoß
Fährt an den Grund ein bläulich Feuer
Im Augenblicke, wo vom Schloß
Ein Schrei verzittert überm Weiher.

Der Alte hat sich vorgebeugt,
Ihm ist, als schimmre, wie durch Glas,
Ein Kindesleib, phosphorisch, feucht
Und dämmernd, wie verlöschend Gas;
Ein Arm zerrinnt, ein Aug verglimmt -
Lag denn ein Glühwurm in den Binsen?
Ein langes Fadenhaar verschwimmt,
Am Ende scheinens Wasserlinsen!

Der Bauer starrt, hinab, hinauf,
Bald in den Teich, bald in die Nacht;
Da klirrt ein Fenster drüben auf,
Und eine Stimme ruft mit Macht:
“Nur schell gesattelt! schnell zur Stadt!
Gebt dem Polacken Gert und Sporen!
Viktoria! soeben hat
Die Gräfin einen Sohn geboren!”

Das zweite haben wir in unserem Englischbuch (Gymnasium Rlp, 10. Klasse). Es ist von Chris Stephens:

Meeting Midnight

I met Midnight
Her eyes were sparkling pavements after frost.
She wore a full length, dark-blue raincoat with a hood.
She winked. She smoked a small cheroot.

I followed her.
Her walk was more a shuffle, more a dance.
She took the path to the river, down she went.
On Midnight’s scent,
I heard the twelve cool syllables, her name,
chime from the town.
When those bells stopped,

Midnight paused by the water’s edge.
She waited there.
I saw a girl in purple on the bridge.
It was One o’Clock.
Hurry, Midnight said. It’s late, it’s late.
I saw them run together.
Midnight wept.
They kissed full on the lips
And then I slept.

The next day I bumped into Half-Past Four.
He was a bore.

Der Werwolf - Christian Morgenstern

Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: „Bitte, beuge mich!“
Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:
„Der Werwolf“ - sprach der gute Mann,
„des Weswolfs, Genitiv sodann,
dem Wemwolf, Dativ, wie man’s nennt,
den Wenwolf - damit hat’s ein End’.“
Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
Indessen, bat er, füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!
Der Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte,
Zwar Wölfe gäb’s in großer Schar,
doch „Wer“ gäb’s nur im Singular.
Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.

Letztens kennengelernt, ich finds total süß x3

Mein Lieblingsgedicht verliert leider in der deutschen Übersetztung.
Desshalb ist hier mal deutsch und englisch

Annabel Lee - Edgar Allen Poe

Es ist lange her, da lebte am Meer, Ich sag' euch nicht wo und wie - Ein Mägdelein zart, von seltener Art, Mit Namen Annabel Lee. Und das Mägdelein lebte für mich allein, Und ich lebte allein für sie.

Ich war ein Kind, und sie war ein Kind,
Meine süße Annabel Lee,
Doch meine Liebe, so groß, so grenzenlos,
Wie die unsere, gab es nie.
Wir liebten uns so, daß die Engel darob
Beneideten mich und sie.

Da kam eines Tages aus den Wolken stracks
Ein Ungewitter und spie
Seinen Geifer aus, einen Höllengraus,
Und traf meine Annabel Lee.
Und es kam ein hochgeborener Lord,
Der holte auf immer sie von mir fort
In sein Reich am Meer und sperrte sie
Dort ein, meine Annabel Lee.

Ja, neidisch war die geflügelte Schar
Im Himmel auf mich und sie,
Und dies war der Grund, daß der Höllenmund
Des Sturms sein Verderben spie,
Bis sie erstarrte,
Und der Tod sie verscharrte,
Meine süße Annabel Lee.

Doch eine Liebe, so groß, so grenzenlos,
Wie die unsere, gab es nie.
So liebten Ältere nie,
So liebten Weisere nie,
Und wären die Engel auch noch so scheel,
Sie trennten doch nicht meine Seel’ von der Seel’
Der lieblichen Annabel Lee.

Wenn die Sterne aufgehn, so kann ich drin so
Die Äuglein der Annabel Lee,
Und noch jegliche Nacht hat mir Träume gebracht
Von der lieblichen Annabel Lee.
So ruh’ ich denn, bis der Morgen graut,
Allnächtlich bei meinem Liebchen traut
In des schäumenden Grabes Näh’,
An der See, an der brandenden See.

It was many and many a year ago, In a kingdom by the sea, That a maiden there lived whom you may know By the name of Annabel Lee; And this maiden she lived with no other thought Than to love and be loved by me.

I was a child and she was a child,
In this kingdom by the sea:
But we loved with a love that was more than love -
I and my Annabel Lee;
With a love that the winged seraphs of heaven
Coveted her and me.

And this was the reason that, long ago,
In this kingdom by the sea,
A wind blew out of a cloud, chilling
My beautiful Annabel Lee;
So that her high-born kinsmen came
And bore her away from me,
To shut her up in a sepulchre
In this kingdom by the sea.

The angels, not half so happy in heaven,
Went envying her and me -
Yes! that was the reason (as all men know,
In this kingdom by the sea)
That the wind came out of the cloud one night,
Chilling and killing my Annabel Lee.

But our love it was stronger by far than the love
Of those who were older than we -
Of many far wiser than we -
And neither the angels in heaven above,
Nor the demons down under the sea,
Can ever dissever my soul from the soul
Of the beautiful Annabel Lee;

For the moon never beams without bringing me dreams
Of the beautiful Annabel Lee;
And the stars never rise but I feel the bright eyes
Of the beautiful Annabel Lee;
And so, all the night-tide, I lie down by the side
Of my darling -my darling -my life and my bride,
In the sepulchre there by the sea -
In her tomb by the sounding sea.

Ich hab einige Gedichte, die ich sehr schätze. Die meisten in engisch, vermutlich weil ich mich hauptsächlichh mit englischer Literatur becshäftige - Anglistikstudent.
Unter anderm ist das Gedicht “The Raven” von Edgar Allan Poe eines meiner Favouriten, dass würde aber vermutlich den Rahmen sprengen, weil es so lang ist.

Ansonsten steh ich wahnsinnig auf Shakespeares Sonette.
Also hab ich hier mal meine beiden Lieblinge (mit deutscher Übersetzung):

**Sonett 18 **

Shall I compare thee to a summer's day? Thou art more lovely and more temperate. Rough winds do shake the darling buds of May, And summer's lease hath all too short a date. Sometime too hot the eye of heaven shines, And often is his gold complexion dimm'd; And every fair from fair sometime declines, By chance or nature's changing course untrimm'd; But thy eternal summer shall not fade Nor lose possession of that fair thou ow'st; Nor shall Death brag thou wander'st in his shade, When in eternal lines to time thou grow'st: So long as men can breathe or eyes can see, So long lives this, and this gives life to thee. Soll ich dich einem Sommertag vergleichen, Der du viel lieblicher und sanfter bist? Durch Maienblüten rauhe Winde streichen, Und Sommers Pracht hat allzu kurze Frist. Oft fühlst zu heiß des Himmels Aug' du brennen, Oft hüllt zu dunkler Schleier sein Azur, Und stets muß Schönes sich vom Schönen trennen Durch Zufall oder Wandel der Natur. Doch deines Sommers Glanz wird nie ermatten, Nie von dir fallen deine Herrlichkeit, Nie wirst du wandeln in des Todes Schatten, In ewigen Reimen strahlst du durch die Zeit. So lange Menschen atmen, Augen sehn, Wird dies mein Lied, wirst du in ihm bestehn.

Und ** Sonett 130**

My mistress' eyes are nothing like the sun; Coral is far more red than her lips' red; If snow be white, why then her breasts are dun; If hairs be wires, black wires grow on her head. I have seen roses damasked, red and white, But no such roses see I in her cheeks; And in some perfumes is there more delight Than in the breath that from my mistress reeks. I love to hear her speak, yet well I know That music hath a far more pleasing sound; I grant I never saw a goddess go; My mistress when she walks treads on the ground. And yet, by heaven, I think my love as rare As any she belied with false compare. Von Sonn' ist nichts in meines Liebchens Blicken: Wenn Schnee weiß, ist ihr Busen graulich gar: Weit röter glüht Rubin als ihre Lippen: Wenn Haare Draht sind, hat sie drahtnes Haar. Damaskusrosen weiß und rot erblickt' ich; Doch nicht auf Liebchens Wangen solchen Flor: Und mancher Wohlgeruch ist mehr erquicklich, Als der aus ihrem Munde geht hervor. Gern hör' ich, wenn sie spricht; doch zu gestehen Bleibt, daß Musik mir weit ein süß'rer Gruß. Zwar keine Göttin hab' ich schreiten sehen: Mein Liebchen, wenn es wandelt, geht zu Fuß. Und doch, gewiß, so hoch beglückt sie mich Als irgendeine, die man schlecht verglich.